Der verantwortungsvolle Umgang mit Sicherheitslücken
Dienstag, 1. November 2011, 12:32 Uhr
“Sicherheitslücken bei Hersteller von Smartphone-Apps” (gulli.com)
Die eigentlich aufgelösten AnonyPwnies – eine Splittergruppe des Onlinekollektivs Anonymous – wollen es noch einmal wissen und veröffentlichen einen letzten Leak. Dieser betrifft die Die Firma “appia.com”, die Shoplösungen für Smartphone-Software programmiert. Diese Shoplösungen weisen offenbar erhebliche Sicherheitslücken auf und ermöglichten den Pwnies das Kopieren großer Mengen sensibler Daten.
“LEAKS NEED THIS MUCH VOLUME – BY: ANONYPWNIES” http://pastebin.com/1HkZxwS4
2 Wochen lang blieb eine Reaktion auf eine SQL-Injection aus:
http://www.sicherheit-online.org/Aktuelle-Themen/Sicherheitslucke-bei-mobile2day.de-wird-ignoriert.html
Als wir das lasen, entschieden wir uns selbst nach der Lücke zu suchen und kamen mit 40GB SQL Backups, 2 GB PHP Scripten, 2 Rootserver Passwörtern, 2 Paypal Accounts und rund 100 GB Android/Windows Mobile/Symbian Apps zurück…
“Sicherheitslücke bei mobile2day.de wird ignoriert” (sicherheit-online.org)
…nicht mit einem Erfolg zu verzeichnen.
Bitte was? “von Erfolg gekrönt” heißt es.
Wir bedauern, dass es zu diesen Übergriffen kommen musste.
Es musste nicht, aber wer Skriptkiddies Dreck in die Hand drückt, darf sich nicht wundern, wenn damit auch geworfen wird.
Der Verlauf vom ersten Hinweis bis zum heutigen Tag aber, zeugte mehr von Imkompetenz und Ingoranz, sowie von unprofessioneller Hinhaltetechnik von…
sicherheit-online.org ist inkompetent? Dies sehe ich genau so. Übrigens heißt es “Hinhaltetaktik”.
In dieser Nachricht wurde behauptet, dass keine Warnmeldung von Sicherheit-Online dort angekommen sei.
Wenn keine Bestätigung des Empfangs einer E-Mail versendet wurde, ist es nicht möglich, zweifelsfrei festzustellen, ob eine E-Mail empfangen und gar gelesen wurde.
Man wollte uns die Schuld daran geben, dass diverse “Scans” auf das Portal erfolgten und man behauptete, dass wir mit unserem Beitrag einen 0day Exploit veröffentlicht haben.
sicherheit-online.org hat die Schuld, wenn nun Kundendaten verbreitet werden und finanzielle Schäden bei den Kunden eintreten.
Zudem haben wir darauf hingewiesen, dass der Beitrag – sofern es keine Reaktion mehr geben sollte – wieder online geschalten und ein entsprechendes Update veröffentlicht wird.
Mit anderen Worte: Es wurde versucht eine Reaktion zu erzwingen, um nicht zu sagen, zu erpressen.
Die Verantwortlichen bei
sicherheit-online.org
sollten sich für den Vorgang – ernsthaft – schämen.
Dem ist nichts hinzuzfügen.
Uns trifft hier sicherlich keine Schuld, zumal ein Kontaktversuch stattgefunden hat.
Doch! sicherheit-online.org trifft die Schuld, dass die Skriptkiddys die Büchse öffneten, Daten kopierten und diese nun veröffentlichen werden. Wenn einem eine Lücke und die Schließung dieser wichtig ist, dann greift man auch mal zum Telefon, wenn per E-Mail keine Reaktion zu erhalten ist.
Wir möchten an dieser Stelle die “AnonyPwnies” bitten, Abstand davon zu halten, Kundendaten zu veröffentlichen…
Was für ein lächerlicher Appell. Und, im Straßenverkehr sollte man Abstand halten, ansonsten wird von einer Aussage oder Handlung Abstand genommen.
Wer in der IT-Sicherheit ernsthaft arbeitet, muss auch ein Gespür dafür haben, welche Lücken wie schwerwiegend sind. Eine SQL-Injection gehört eindeutig in die Kategorie von Lücken, die man nicht veröffentlicht, da damit Angriffe und irreparable Schäden provoziert werden. Die Domain und ein Screenshot, auch wenn etwas geschwärzt, reichen schon vollkommen aus, um dem Hinweis nachzugehen und in kürzester Zeit die Lücke zu finden. Das was sicherheit-online.org hier getan hat, ist einfach nur verantwortungslos.
Thema: Sicherheit, SQLi | 4 Kommentare






