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0zapftis: Sie wollen ja nur unser Bestes, unsere Freiheit

Montag, 10. Oktober 2011, 11:36 Uhr | Autor:

Chaos Computer Club analysiert Staatstrojaner” (ccc.de)

Der Chaos Computer Club (CCC) hat eine eingehende Analyse staatlicher Spionagesoftware vorgenommen. Die untersuchten Trojaner können nicht nur höchst intime Daten ausleiten, sondern bieten auch eine Fernsteuerungsfunktion zum Nachladen und Ausführen beliebiger weiterer Schadsoftware. Aufgrund von groben Design- und Implementierungsfehlern entstehen außerdem eklatante Sicherheitslücken in den infiltrierten Rechnern, die auch Dritte ausnutzen können.

Nicht nur wegen des “0zapftis” vermute ich, dass es sich um einen Landestrojaner handelt. In “Teurer Spaß mit Bayerntrojaner” hatte ich 2008 kurz über die bayerische Version eines Trojaners und DigiTask geschrieben. Das PDF welches der CCC damals veröffentlicht hatte, fand ich nun bei den Piraten wieder: http://wiki.piratenpartei.de/images/5/54/Bayern-skype-tkue.pdf

Mich wundert dieser Bruch des Grundgesetzes durch Staatsbedienstete in keinster Weise. Das was technisch möglich ist, wird auch umgesetzt. Die dilettantische Umsetzung wundert mich ebenfalls nicht. Gute Software kostet gutes Geld und das haben die Behörden nicht. Bin ich desillusioniert was das Vertrauen zum Staat angeht? Nein, auch dort arbeiten nur Menschen und mit deren Dummheit muss man immer rechnen, wie auch im täglichen privaten oder beruflichen Leben.

Auch wenn das BKA und das Bundesinnenministerium behaupten, der Trojaner wäre nicht von ihnen, so bin ich davon überzeugt, dass sie genau wissen was in Landeskriminalämtern zum Einsatz kommt und welche Süppchen die Landesinnenministerien im Verborgenen kochen.


Hier noch ein Video, welches relativ einfach erklärt, was dem CCC zugespielt wurde:

Thema: Politik, Sicherheit | Kommentare geschlossen

CDU, VW, K&M und seine Ei-Tea-Spezial-Experten

Samstag, 27. August 2011, 10:41 Uhr | Autor:

Mitgliederdaten der CDU geklaut” (heise.de)

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist das Mitgliedernetz der CDU schon im August 2009 Opfer eines Angriffs geworden.
(…)
Der Hackerangriff 2009 sei zwar registriert worden, zum damaligen Zeitpunkt konnte aber kein Datenverlust festgestellt werden, erklärte ein CDU-Sprecher im Gespräch mit heise online.

“Chef, is noch alles da, der Hacker ist ohne Erfolg weitergezogen.”

Auch ich habe ab 2009 die CDU mehrfach auf verschiedene Sicherheitslücken hingewiesen, aber bisher habe ich nie eine Antwort bekommen. Wenn es mir wirklich wichtig wäre, dann hätte ich natürlich mehrfach zu jeder Lücke nachgehakt, aber bei den Konservativen, die die Asche weitertragen wollen und nicht das Feuer, mache ich da eine Ausnahme. Früher oder später werden auch sie die Lücken feststellen — auf die eine oder andere Art. :O)


Volkswagen anfällig für Angriffe” (golem.de)

VW sei nur schlecht gegen Attacken über das Internet gesichert. (…) in die Produktion eingreifen, (…) vertrauliche Unterlagen etwa über künftige Automodelle entwenden.
(…)
Bisher war VW noch keinen Angriffen über das Internet ausgesetzt.

“Chef, is noch alles da, wir hatten noch nie Besuch von einem Hacker.”

Was glauben diese Ei-Tea-Spezial-Expert? Nur weil Daten nicht gelöscht wurden oder ein Angriff nicht an die große Glocke gehängt wurde, gab es keine Angriffe?

Wie dämlich muss man sein, um in solchen Firmen einen gut bezahlten Job zu bekommen? Tja, ich werde wohl nie reich werden. :O)


Um hier nicht einen falschen Eindruck zu verbreiten, solche Experten werkeln nicht nur in Organisationen und Firmen, die nicht direkt mit dem Internet ihr Geld verdienen.

Neue Hacker-Gruppe stiehlt 840.000 Kundendaten bei K&M – Elektronik” (gulli.com)

Vor zwei Monaten…

Achtung! Phishing-Mails im Umlauf!” (kmelektronik.de)

Mittlerweile sind unsere Server wieder online und die entsprechende Sicherheitslücke wurde behoben. Unsere Recherchen haben bisher folgendes ergeben:

Am gestrigen Abend (21.06.2011) erhielten viele Kunden unseres Shops eine E-Mail mit dem Betreff „K&M Elektronik Gutschein“, die wie folgt aussah:

Ein Angreifer hatte sich damals Zugang zu E-Mail-Adressen und Namen der Kunden verschafft, um echt wirkende E-Mails versenden zu können. Es wurden per SQL-Injection auch im Shop selber Inhalte hinterlegt, was K&M in der Meldung natürlich verschwieg.

Gezielter Angriff auf Kunden von K&M-Elektronik” (heise.de)

Die Kriminellen nutzen offenbar eine SQL-Injection-Lücke im Webshop von K&M, um einen Verweis auf das extern gehostete Java-Applet in den Quelltext der Shop-Seite beim Aufruf einzubetten.

Und nun ist es wieder SQL-Injection, über die die Hacker ins System vordrangen, um alle Daten der Kunden, inkl. der Passworte, die natürlich im Klartext in der Datenbank gespeichert wurden, zu kopieren.

K&M hatte damals bereits einen Experten zum Schließen der Sicherheitslücken hinzugezogen. Über die Güte des Experten kann ich natürlich nichts sagen, aber wenn ich (aktuell noch immer) über eine einfache Google-Suche SQL-Fehlermeldungen finde und somit auch weitere potenzielle Lücken zu SQL-Injection… naja, evtl. auch ein Ei-Tea-Spezial-Experte?

Thema: Politik, Sicherheit, Wirtschaft | 4 Kommentare