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NSA überwacht SMS-Süchtige

NSA-Spionage: Mexiko fordert Aufklärung über US-Bespitzelungen” (spiegel.de)

Ab Frühsommer 2012 wertete die NSA laut internen Unterlagen zwei Wochen lang die Handy-Kommunikation von Peña Nieto sowie von neun seiner Vertrauten aus. Das Ergebnis: 85.489 abgefangene SMS, die teils von Präsidenten, teils von Vertrauten stammen.

Kann es sein dass der SPIEGEL, ob der unglaublichen Ausmaße der NSA-Überwachung, etwas ins Schleudern gekommen ist?


2 Wochen
10 Menschen
85.489 SMS

85.489 SMS / 10 Menschen = 8548,9 SMS / Mensch

8548,9 SMS / Mensch / 14 Tage = 610,6357 SMS / Mensch / Tag

Diese überwachten Menschen sind sehr sehr wichtig und vielbeschäftigt, arbeiten 7 Tage die Woche und 16 Stunden am Tag.

610,6357 SMS / Mensch / 16 Stunden = 38,1647 SMS / Mensch / Arbeitsstunde


Also…

Der SPIEGEL will mir erzählen, dass diese sehr sehr wichtigen Menschen jede Arbeitsstunde rd. 38 SMS gesendet haben, alle 1,57 Minuten eine SMS und dies den ganzen lieben langen Arbeitstag lang?

Sorry, aber dies glaube ich nicht.

Wenn bei so etwas schon geschlampt wird, wie glaubhaft ist dann der Rest des Artikels?

Waren es evtl. 85.489 Kommunikationsvorgänge, also neben gesendeten SMS auch empfangene SMS und jede Positionsbestimmung zum nächsten Mobilfunkmast?

JusProg noch immer unbrauchbar und käuflich

KJM bewertet Jugendschutzprogramm positiv” (heise.de)

JusProg, dessen Entwicklung durch Mitgliedsbeiträge des gleichnamigen Vereins (Mitglieder sind unter anderem der Bauer Verlag, Beate Uhse, Bild.de und Freenet; derzeit kommen noch ca. 30 Prozent der Mitglieder aus der Erotikbranche) finanziert wird…

Diese Screenshots wurden mit der FSK-Stufe “12″ gemacht:
BILD ungefiltert

Playboy gefiltert

Der Unterschied zwischen diesen beiden Seiten? Das Tittenblatt ist Mitglied in dem Verein und das Tittenmagazin zahlt wohl nicht einmal das monatliche Schutzgeld den monatlichen Beitrag von 450 Euro.

Der Playboy ist übrigens erst ab 18 Jahre freigeschaltet und die BILD ab 12 Jahre – ein Schelm wer Böses dabei denkt.


Mal unabhängig davon dass kein 12jähriger weder mit nackter Haut erschreckt, noch hinter dem Ofen hervorgelockt werden kann, ist dieser Filter technisch gesehen mal wieder 100% murks.

Die Ergebnisse der Bildersuche von Google werden erst einmal nicht gefiltert angezeigt, womit es relativ leicht ist Pron-Seiten zu finden, die dann gar nicht gefiltert werden. Wer meint seine Kinder mit einem Filter vor Pron schützen zu können… naja, der hat eh verloren und sollte mal einen Aufbaukurs zum Thema Medien und Smartphones machen.

ha.ckers.org ist für bis zu 16jährige gesperrt, aber ckers.org dürfen bereits 12jährige besuchen!? IT-Security ist also böse-böse. Was für ein Unsinniger Filter.


Viel schlimmer ist allerdings dieser Schwachsinn:

3.3.2 Internetverbindungen:

Sie können den Internet-Spaß Ihres Kindes auf das reine Surfen mit dem Webbrowser beschränken. Wählen Sie hierfür die Einstellung Nur http zulassen. Möchten Sie Ihrem Kind auch andere Programme – wie Chat, E-Mail Clients oder Filesharing – erlauben, wählen Sie bitte Alle zulassen.

Vorsicht:Ihr Kind ist mit dieser Einstellung nicht mehr optimal geschützt. Bitte beachten Sie auch, dass in dieser Einstellung https nicht geblockt wird. Https wird verwendet, um verschlüsselte Verbindungen aufzubauen.

Quelle: http://www.jugendschutzprogramm.de/anleitung.php

Ja! Richtig verstanden. Bis einschließlich zur FSK Stufe 16 ist https blockiert. Die Schrottler der Software haben dabei vergessen dass auch fragFINN.de Seiten anbietet, die, aus gutem Grunde, ihre Daten nur verschlüsselt übertragen. fragFINN ist in dem softigen Stück Schrott, die Seite, die angezeigt wird (FSK 6), wenn eine böse-böse-Seite blockiert wurde oder es wird zumindest ein Suchschlitz von und zu fragFINN angezeigt. Warum https nun böse-böse sein soll, bleibt das Geheimnis der Schrottler.

Wird der Schrott mit der Eingabe des Elternpasswortes beendet, während man im Kinder-Modus war, so werden die angesurften Seiten weiterhin blockiert — ergo, der Schrott läuft im Hintergrund weiter.

Das der Schrott nur für Windows zu haben ist, versteht sich von selber, dass er aber unter Windows 7 nicht läuft, ist weniger verständlich.


Die KJM sollte sich mal folgende Fragen stellen:

  • Warum behandelt der Verein, der angeblich gemeinnützig sein soll, seine Mitglieder bei der Filterung der Inhalte bevorzugt? (Siehe oben: BILD vs. Playboy)
  • Warum wird die Filterliste intransparent gepflegt?
  • Ist eine Software unterstützungswürdig, die es nur für ein Betriebssystem gibt? (Laut EULA läuft der Schrott nur unter Windows XP und Vista.)

Wäre es nicht sehr viel sinnvoller ein Projekt anzustoßen, welches eine Open Source Lösung erarbeitet, die für Windows, OS-X und Linux verfügbar ist und deren Filterlisten transparent gepflegt werden?