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SPON-Spinner vs. Snowden-Infos

Sonntag, 2. Februar 2014, 19:54 Uhr | Autor:

Millionenfacher Passwort-Diebstahl: Hacker hatten Bundestag und Ministerien im Visier” (spiegel.de)

Nach SPIEGEL-Informationen wurden auch Zugangsdaten des Bundestags und aus Ministerien abgefischt.
(…)
Insgesamt wurden bis zu 16 Millionen Datensätze ausgeforscht.
(…)
rund 600 E-Mail-Adressen aus der Bundesverwaltung, aus allen Bundesministerien und 17 Adressen des Bundestags

600 / 16.000.000 = 0,00375%

0,00375% bedeutet bei SPON:

Im Visier einer osteuropäischen Hacker-Bande!

Merken diese SPON-Spinner noch etwas?


Ich habe mal kurz in pastebin.com nach E-Mail-Adressen vom Bund inkl. Passwort oder Passworthash gesucht.

Nur weil ich in einer Liste von 3.365 E-Mail-Adressen eine Adresse (0,0297%) von einem Bundesministerium gefunden habe, bedeutet dies natürlich nicht, dass dieses Ministerium das Ziel von diesem einen Hackern war. Das Opfer war eine griechische Website (41,15% gr-Domains ohne com-Domains).


Häufige Fragen (sicherheitstest.bsi.de)

Woher hat das BSI meine E-Mail-Adresse?
Ihre E-Mail-Adresse wurde bei der Analyse von Botnetzen entdeckt.
(…)
Woher haben Botnetzbetreiber meine E-Mail-Adresse und mein Passwort?
In diesem konkreten Fall ist nicht genau nachvollziehbar, wie und wann die Botnetzbetreiber an Ihre E-Mail-Adresse und Ihr Passwort gelangt sind.


Die schlichte Wahrheit ist:
Auch bei Bundesministerien und Bundestagsabgeordneten arbeiten Menschen, die auf irgend einer Website einen Account erstellt haben. Mehr kann man nicht feststellen, weil das BSI keine weiteren Informationen dazu hat bzw. diese bisher nicht veröffentlichte.

Aber mit der (langweiligen) Wahrheit kann man keine Klicks erzeugen.


Die Tragik ist, dass diese SPON-Spinner auch auf den Infos von Edward Snowden sitzen. Ich befürchte, dass sie nicht verstehen was sie da haben und deswegen die falschen Schlüsse ziehen. Eher unwichtiges breittreten, weil große Zahlen oder prominente Personen im Spiel sind, aber die wirklich brisanten Infos aus Dummheit übersehen.

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NSA überwacht SMS-Süchtige

Dienstag, 22. Oktober 2013, 10:29 Uhr | Autor:

NSA-Spionage: Mexiko fordert Aufklärung über US-Bespitzelungen” (spiegel.de)

Ab Frühsommer 2012 wertete die NSA laut internen Unterlagen zwei Wochen lang die Handy-Kommunikation von Peña Nieto sowie von neun seiner Vertrauten aus. Das Ergebnis: 85.489 abgefangene SMS, die teils von Präsidenten, teils von Vertrauten stammen.

Kann es sein dass der SPIEGEL, ob der unglaublichen Ausmaße der NSA-Überwachung, etwas ins Schleudern gekommen ist?


2 Wochen
10 Menschen
85.489 SMS

85.489 SMS / 10 Menschen = 8548,9 SMS / Mensch

8548,9 SMS / Mensch / 14 Tage = 610,6357 SMS / Mensch / Tag

Diese überwachten Menschen sind sehr sehr wichtig und vielbeschäftigt, arbeiten 7 Tage die Woche und 16 Stunden am Tag.

610,6357 SMS / Mensch / 16 Stunden = 38,1647 SMS / Mensch / Arbeitsstunde


Also…

Der SPIEGEL will mir erzählen, dass diese sehr sehr wichtigen Menschen jede Arbeitsstunde rd. 38 SMS gesendet haben, alle 1,57 Minuten eine SMS und dies den ganzen lieben langen Arbeitstag lang?

Sorry, aber dies glaube ich nicht.

Wenn bei so etwas schon geschlampt wird, wie glaubhaft ist dann der Rest des Artikels?

Waren es evtl. 85.489 Kommunikationsvorgänge, also neben gesendeten SMS auch empfangene SMS und jede Positionsbestimmung zum nächsten Mobilfunkmast?

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