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Versicherung gegen Dämlichkeit

Der siebte Sinn: IT-Sicherheit auf dem IT-Gipfel” (heise.de)

An die deutsche Industrie gerichtet fragte de Maizière, warum man sich eigentlich gegen Unfall, Diebstahl und Feuer, nicht aber gegen Internet-Schäden versichern könnte.

Um gewinnbringend eine Versicherung gegen Dämlichkeit anbieten zu können, müssten die Prämien so hoch sein, dass kein Versicherter bereit wäre diese zu bezahlen und deswegen gibt es diese Versicherung nicht.


Gestern berichtete 3Sat in nano vom 21. Oktober 2014 (3sat.de) über Kriminalität im Internet. Im ersten Beitrag “Gegen Cyber-Kriminalität” erzählt ein Mensch, dass er eine “Testüberweisung” getätigt hätte, er hätte sich nichts dabei gedacht (offensichtlich!), weil dies in der letzten Zeit öfter (!) vorgekommen wäre, auch bei anderen Instituten.

Es gibt zwei Arten von Testüberweisungen. Bei der einen prüft ein Unternehmen, wie beispielsweise PayPal, mit einer Überweisung von ein paar Cent auf das Konto des Kunden, ob derjenige der gerade eine neue Kontoverbindung in seinen Account eingetragen hat, überhaupt Zugriff auf das angegebene Bankkonto hat. Der Kunde bekommt also etwas Geld. Eine Testüberweisung, bei der eine Bank seinen Kunden auffordert, zu Testzwecken etwas zu überweisen, ist immer vom Kriminellen initiiert.

Und was machen diese komischen Menschen die vom “Rundfunkbeitrag” leben daraus? Nichts, einfach gar nichts. Wahrscheinlich ist der nano-Redakteur genau so ein DAU wie der Blumenfritze. Ich kann nur hoffen, dass die Bank den Schaden nicht ausgleichen musste, so wie hier:
LG Landshut beurteilt Eingabe von 100 TAN als nicht grob fahrlässig” (a-i3.org)

Das LG Landshut hat in einem Urteil vom 14.7.2011 geurteilt, dass die Eingabe von 100 Transaktionsnummern (TAN) auf einer gefälschten Internetseite nicht als grob fahrlässig zu beurteilen sei.
(…)
Das LG Landshut sprach ihm einen Anspruch in entsprechender Höhe gegen seine Bank zu.

Leider versagt auch der Mensch vom Fraunhofer-Institut für Kommunikation, vielleicht wollte aber auch nur der Sehrsehrkleinhirn-Redakteur gar nicht wissen, wie der Banking-Trojaner auf den Computer des Blumenfritzen gekommen ist. Bloß keine Details, sonst könnte der Zuschauer am Ende noch etwas lernen. :O|


Die Kriminellen haben oft leichtes Spiel, allerdings nicht weil sie so fähig sind, sondern einfach weil die “Opfer” zu dämlich sind.

Politisch motivierte Hacker! OMG!!

Hacker posten IS-Botschaften auf deutschen Websites” (zeit.de)

Eine Hackergruppe hat mehrere deutsche Websites angegriffen und islamistische Botschaften verbreitet. Ob die Angriffe tatsächlich politisch motiviert sind, ist unklar.
(…)
“Diese Vorgehensweise wird durch politisch motiviert agierende Gruppen gern genutzt, um einen wirksamen Weg in die Öffentlichkeit zu finden. Dies geht in die Richtung digitale Propaganda”, hieß es vom LKA. Angriffsziele seien vor allem Websites mit vielen Nutzern und einem hohen Verbreitungsgrad.

Um eine Website ins Internet zu kacken, muss man kein Fachmann sein und genau da liegt das “Problem”. Die Demokratisierung des Netzes ist gut und wichtig, jeder darf und kann seine eigene Website ins Netz stellen. Wer dies tut, der kann ohne Fachwissen sehr schnell zum “Opfer” von Hackern werden — auch wenn die “Hacker” nur aus gelangweilten Kindern bestehen.

Die beiden Nordlichter sind nur Ziel eines Hacks geworden, weil es Sicherheitslücken gab/gibt, die leicht auszunutzen waren/sind. Beispielsweise ergibt eine Suche nach “viagra” für die Traumdomain “Ungefähr 265 Ergebnisse”. Es ist einfacher, politisch motivierte Superhacker verantwortlich zu machen, als selber für etwas Sicherheit zu sorgen — wie sollte man dies auch leisten, man ist ja schon froh unfallfrei zwei Testeinträge erstellt zu haben. (Diese dürfen gerne gelöscht werden, da fallen keine Schadstoffe an. <g>)

Das beide Male ein WordPress betroffen war, ist auch nichts besonderes, weil dieses CMS einfach sehr weit verbreitet ist. Es macht das Ausprobieren von Plug-Ins einfach und am Ende hat sich der Blogbetreiber ein paar SQL-Injections selber implantiert.

Kinder hinterlassen ein Kilroy-was-here und das LKA startet eine Hatz auf Terroristen? Das LKA muss sich mit solcher Kinderkacke beschäftigen?! OMG!

Die Medien bauschen ja gerne solche Nullmeldung auf, um mehr Klicks zu bekommen, wobei die Polizei auch kein Interesse daran hat, die Kinderkacke ins rechte Licht zu rücken. Denn wenn sie dies tun würden, dann könnte sie nicht für die Forderung nach einer Wiedereinführung der VDS nutzbar verwurstet werden.

In den vergangenen Wochen: Hacker… nackt…
Und nun: Hacker… Terroristen…
Ein Fest für die Copy&Paste-Branche.

Aber die Wahrheit ist: Es waren nur Kinder die alles hacken was sich als “Opfer” anbietet, um ein paar Credits von Freunden zu bekommen. Kinder die von Politik und dem Wahnsinn dahinter keine Ahnung haben.

Ich wünsche mir etwas mehr Realismus von diesen Journalisten, dann könnten sie vielleicht auch aus der Copy&Paste-Ecke herauskommen.