Zusammenspiel von Session Hijacking und Cross-Site Scripting
Sonntag, 15. August 2010, 15:02 Uhr | Autor: ich
Ich habe wieder in einer sehr populären Website verschiedene Sicherheitslücken gefunden und den Betreiber darauf hingewiesen. Ok, meinen Hinweis habe ich erst gestern verschickt und er hat heute schon reagiert, aber aus dem was er geändert hat, kann ich nur schließen — er hat das Problem nicht verstanden.
Beim Login wird die Session nicht an die IP-Adresse des Besuchers gebunden, wodurch jeder Zugang zu dem Account bekommen kann, der die Session-ID kennt. Die fehlende IP-Bindung an die Session ist für sich alleine genommen schon eine Sicherheitslücke — aber noch nicht sehr kritisch, sofern man (unrealistisch) davon ausgeht dass es keine weiteren Lücken gibt.
Leider finden sich auch Lücken zu Cross-Site Scripting (de.wikipedia.org) in der Seite, was im Zusammenspiel mit der Anfälligkeit für Session Hijacking (de.wikipedia.org) zu einer schwerwiegenden Sicherheitslücke wird.
Mit JavaScript ist es auch möglich einen bestehenden Cookie zu überschreiben. Gibt es in einer Website eine XSS-Lücke, so können auch die Cookies überschrieben werden, auf die der Browser laut Same Origin Policy (de.wikipedia.org) gar keinen Zugriff hat.
Ein Angreifer verteilt den Link zu seiner präparierten Seite, in der per unsichtbarem Iframe die anfällige Unterseite aufgerufen wird. Ist ein Opfer in der Website angemeldet so wird ein weiterer Cookie geschrieben. Der Angreifer richtet sein Script so ab, dass er nur dann eine Meldung bekommt wenn dieser zusätzliche Cookie gefunden wurde. Und da er die abgefangene Session-ID gleich in seine eigene Session übernehmen kann, kann er sich automatisch in den fremden Account einloggen.
Wenn es beispielsweise um SQL-Injection geht, da verstehen mittlerweile auch die die sich weniger mit der Sicherheit von Websites beschäftigen, dass es gefährlich werden könnte. Ein Angreifer kann dabei nicht nur Informationen aus einer Datenbank auslesen, sondern auch editieren, neu einfügen oder löschen.
Nach wie vor wird Cross-Site Scripting unterschätzt, was wohl der Grund dafür ist, dass es noch immer sehr einfach und schnell möglich ist entsprechende Lücken zu finden. Auch der Betreiber der populären Website scheint XSS nicht zu verstehen und nur an die üblichen Beispiele (Verunstaltung: “Hacked by Scriptkiddie”) zu denken.
Gestern konnte in den Input-Feldern noch
"><script>alert(123)</script>
ausgeführt werden, heute noch immer
">Nur Text nach dem Input-Tag.
aber auch
" onmouseover=alert(123) "
Erwartungsgemäß wurde wieder am Textarea gar nichts geändert, dieser HTML-Tag wird sehr sehr häufig vergessen, wenn es um Eingabefilterung geht — warum auch immer?! Dort ist weiterhin die Injektion von
</textarea><script>alert(123)</script>
möglich.
An dem Handling mit der Session wurde noch nichts geändert. Es ist Sonntag! <g>
Vielleicht wird sich in den nächsten Tagen jemand um das Fixen der Lücken kümmern, der mehr Kompetenz mitbringt, als die Wochenendaushilfe.
Die Website gehört zu den Kandidaten bei denen es mir wieder sehr schwer fällt den Betreiber nicht zu nennen, denn durch die Bekanntheit der Seite gibt es sehr viele mögliche Opfer.
Update: 16.08.2010 – 16:42 Uhr
Die Aushilfe hat Verstärkung bekommen. Jetzt werden alle Felder, auch das Textarea, korrekt gefiltert, wodurch kein XSS mehr möglich ist. Nun fehlen noch Maßnahmen gegen Session Hijacking.
Thema: Sicherheit, XSS | 2 Kommentare








