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Das Jahr-2014-Problem

Gefahr im Verzug: Zehntausende PCs in Berliner Ämtern arbeiten mit Windows XP” (heise.de)

Laut einer IT-Bestandsübersicht vom Sommer 2012 sind beim Berliner Senat, in den Ämtern der Bezirke sowie den nachgeordneten Landesbehörden, die alle zum Verwaltungsbereich der Hauptstadt zählen, rund 72.700 Arbeitsplatzrechner vorhanden. Knapp 48.000 PCs können demnach von April an bei vorhandenem Internetzugang als mehr oder weniger schutzlos im Netz gelten, wenn die Migration nicht rasant beschleunigt wird.

Windows XP noch auf Dreiviertel der Rechner im Bundestag” (heise.de)

Von den 7238 IT-Arbeitsplätzen, die die Bundestagsverwaltung betreut, laufen noch 5419 unter Windows XP und stehen bald ohne Support da.

Seit Oktober 2002 ist bekannt, wann Microsoft den Support für Windows XP einstellen wird.


Im Zusammenhang mit dem Support-Ende für XP wird zum Teil das Jahr-2000-Problem erwähnt, und dass das ja gar keins war, weil damals keine großen Ausfälle bekannt wurden. Hierbei wird dann gerne vergessen, dass mit den Arbeiten, das Problem zu lösen, bereits mehrere Jahre vor 2000 begonnen wurde. Da wurden zum Teil auch Cobol-Programmierer gesucht und aus dem verdienten Ruhestand geholt, um andere Programmierer zu schulen.

Ein großer Unterschied ist, dass das Jahr-2014-Problem nicht die komplette IT-Infrastruktur betrifft, sondern “nur” die die noch Windows XP einsetzen. Warum jemand noch XP einsetzt, kann verschiedene Gründe haben. Eine Kette wäre: Ein Anwendungsprogramm wird noch benötigt, welches vor vielen Jahren angeschafft wurde, wo es die Softwareschmiede evtl. nicht mehr gibt und vielleicht auch der Quellcode gar nicht vorliegt. Dieses Anwendungsprogramm verwendet Funktionen aus dem Internet Explorer 6, der ab Vista nicht mehr Lauffähig ist. Diesen Anwendungsprogramm-Opa zu ersetzen war der Geschäftsleitung zu teuer oder es wurde auf eine neue Windows-Version gewartet, für die die Anwendung dann neu erstellt werden sollte. Windows Vista war keine Alternative zu XP, also wartete man weiter. Windows 7 war schon mal nicht schlecht, aber die Umstellung erforderte auch neue Hardware, also wieder der Kostenfaktor und Windows 8 zeichnete sich bereits am Horizont ab. Noch etwas warten. Windows 8 war dann aber auch wieder nicht der große Wurf und nun steht das Ende des XP-Supports vor der Tür und scharrt schon mit den Hufen. Diese Hufe sind die Hufe des Exploit-Teufels. Kriminelle die auf XP-Exploits sitzen, warten schon seit Jahren auf das Support-Ende. Nun wird ihr Warten sehr wahrscheinlich belohnt, denn: Auch wenn die Virenscanner noch mit Signaturen versorgt werden…

Signaturen für Virenscanner unter Windows XP nach April 2014” (heise.de)

Das Ende des Microsoft-Supports im April dieses Jahres ist nicht das einzige Risiko für PCs mit Windows XP. Noch kritischer wird es, sobald Anbieter von Plug-ins wie Flash oder Java diese auf XP nicht mehr aktualisieren.

Und nicht zu vergessen: Ein Virenscanner kann nur das abwehren was er kennt.


Jetzt kommt kein Rant auf Microsoft, aber man sollte, vor allem wenn man für mehr als seinen eigenen Computer verantwortlich ist, schon überlegen, wie solche Probleme für die Zukunft vermieden werden können. Ein guter Hinweis ist sicher, Open Source zu nutzen. Eine Software welche auf verschiedenen Betriebssystemen verfügbar ist. Beispielsweise habe ich noch nie Microsoft Office genutzt. Bei dem Umstieg von Windows zu OS-X war keine Einarbeitung in Open Office nötig, welches ich schon als StarOffice nutzte. Jetzt ist es bei mir Libre Office. Dies gilt z.B. auch für Firefox oder Thunderbird. Diesem Credo folge ich weiterhin, weil ich fest an den Tag glaube, an dem OS-X, wie auch iOS, nur noch per App Store mit Software versorgt werden kann. Das was ich an Linux-Distributionen bisher getestet habe, überzeugt mich noch nicht zu 100%, aber die App-Store-isierung ist ja zum Glück auch noch nicht abgeschlossen. :O)

Nervige SSL-Warnung vom Firefox deaktivieren

Der FF kann so richtig nerven und wird zum FFF (Fucking Firefox).
fff ssl 1

Wenn ich eine Seite z.B. mit Burp teste, dann wird mir immer diese “Dieser Verbindung wird nicht vertraut”-Fehlermeldung angezeigt, was so richtig nervt, weil man sie nicht deaktivieren kann. Dreimal muss ich klicken um diesen Unsinn zu beenden. Der 2te Klick ist nicht wirklich erforderlich, das Auslassen des Klicks würde die Liste der Server im Zertifikat-Manager aber unnötig aufblähen, da nach dem Schließen des Browsers und dem erneutem Aufruf der Seite inkl. Burp, wieder diese Fehlermeldung kommt. Auch beim Test diverser IP-Adressen im Browser, um zu sehen ob eine Weiterleitung auf die Domain folgt oder eine sonstige Fehlermeldung, nervt der FFF, weil die Zertifikate natürlich nicht für die IP ausgestellt wurden.

Immer wieder habe ich nach einer Lösung gesucht, wie man diesen SSL-NervSackDrecksScheiss im FFF abschalten kann. Endlich bin ich mit Skip Cert Error (addons.mozilla.org) fündig geworden, welches zwar auch eine Warnung anzeigt, aber eine Bestätigen ist nicht erforderlich.

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Ich würde zwar sagen, dass dieses Add-On nicht für den Otto-Normal-Surfer geeignet ist, aber da eh kaum jemand auf Zertifikate schaut, schenk ich mir den Hinweis. ;O)