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Stück Schrott tarnt sich als Shop

Donnerstag, 5. August 2010, 8:29 Uhr | Autor:

Vorgestern las ich von einem neuen (?) Shopsystem:
E-Commerce System Zeuscart – eine Alternative für Magento?” (t3n.de)

Um die Antwort vorweg zu nehmen: Nein!


Wenn ich eine neue Seite besuche dann kann ich nicht anderes, da muss ich einfach mal irgendwo ein '">xss eingeben… :O)
Zeuscart XSS
Weiteres reflexives Cross-Site Scripting findet sich noch auf den folgenden Seiten: Passwort vergessen, Suche, Registrierung und Login.

Es gibt aber auch die Möglichkeit persistent eigenen Code im Shop zu speichern. Eine Seite die zum Pagemanagement aus dem Backend gehört kann von nicht angemeldeten Besuchern des Shops aufgerufen werden. Auf der Seite können bestehende Einträge editiert, gelöscht und neue hinzugefügt werden.


Seiten aus dem Backend die für jeden Besucher aufrufbar sind, und nicht nur für Shopadmins, gibt es noch weitere:

  • Ausgabe der phpinfo()-Seite.
  • Export aller Produktdaten im Excel-, XML-, CSV- oder TAB-Format.
  • Export aller Kundendaten im Excel-, XML-, CSV- oder TAB-Format.
  • Löschen der Aktivitäten des Admins, die in einer Tabelle gelistet werden.
  • Anzeige der letzten Bestellungen der Kunden, inkl. Name und E-Mail-Adresse.



Nach der Registrierung im Demoshop testete ich auch die Passwort-vergessen-Funktion und wunderte mich gar nicht mehr, dass das von mir vergebene Passwort in der E-Mail stand. Dafür gibt es zwei mögliche Gründe: Entweder wird das Passwort direkt im Klartext in der Datenbank gespeichert oder es wird so kodiert, dass es wieder dekodiert werden kann.

Ich habe mir die Software runtergeladen und kurz in den Quellcode reingeschaut. Die Passworte werden per base64_encode() kodiert und nicht per MD5 oder SHA1 gehasht. Das bedeutet dass alle Passworte die in der Datenbank stehen per base64_decode() dekodiert, also in Klartext umgewandelt werden können.

Hier ein Beispiel für das Kodieren und Dekodieren:
Base64 Kodiert
Base64 Dekodiert
Und hier kann man dies online ausprobieren: “Base64 Kodierer / Base64 Generator” (php-einfach.de)


Und, natürlich fand ich auch noch an vielen Ecken Cross-Site Request Forgery.

Würde dies in eine Seite als unsichtbares Iframe eingebaut und der Shopadmin besucht die Seite während er eingeloggt ist, bekommt er einen weiteren Admin ins System gepflanzt:
http://domain.tld/admin/
?do=subadminmgt&action=insert
[POST]
subadminname=adminb
&subadminpassword=123456
&subadminemail=adminb%40domain.tld
&insert=Add



Noch ein paar Infos für die die sich diese Software anschauen möchten:

Backend: http://ajdemos.com/demo/zeuscart/v3/admin/
User Name: demoadmin
Password: demo123

Frontend: http://ajdemos.com/demo/zeuscart/v3/
User Name: demouser@domainname.com
Password: demouser

Download: http://www.zeuscart.com/download/Zeuscart3.zip


Ich bin sicher dass es noch weitere Schwachstellen gibt, beispielsweise zu SQL-Injection, aber die gefundenen Lücken sind schon vollkommen ausreichend, um die Nutzung abzulehnen. Wer nun noch ernsthaft überlegt dieses Stück Schrott einsetzen zu wollen — dem ist nicht mehr zu helfen.

Vielleicht ist dies auch nur Teil einer Studie, so nach dem Motto: “Wie schrottig darf eine Software sein, bis sie niemand mehr benutzen mag?” ;O)


Eigentlich schreibe ich ja nicht so kritisch über eine Software, aber dieses Teil ist so schlecht und hat so viele Schwachstellen, dass man nicht davon ausgehen kann, dass die Entwickler (immerhin schon Version 3) auf diese noch nie hingewiesen wurden. Eine Google-Recherche nach “Zeuscart” förderte nur Testinstallationen oder bereits gehackte Shops zutage

Thema: CSRF, Open Source, Sicherheit, XSS | 3 Kommentare

XSS: xt:Commerce

Montag, 3. November 2008, 19:44 Uhr | Autor:

Wenn ich irgendwo lese Agentur XY hat einen Relaunch der WebSite für YZ durchgeführt… dann schaue ich da natürlich auch mal nach XSS – ich bin, was so etwas angeht, irgendwie sehr neugierig. ;O)

Heute las ich wieder solch eine Meldung. Es ging um einen neuen Shop, der mit xt:Commerce (xt-commerce.com) realisiert wurde und zwar in der Version v3.0.4 SP2.1. Tja, was soll ich sagen… natürlich (!?) gibt es dort auch eine XSS-Lücke. Also habe ich mir mal den Demo-Shop der Entwickler angeschaut – in der Annahme das dort die neueste Version läuft – aber dort wird die Version v3.0.4 SP2 benutzt. Auch dort gibt es diese Lücke. Daraufhin habe ich die Jungs angeschrieben und auf diese Lücke hingewiesen, eben kam die Antwort:

Danke für den Hinweis, aber der Demoshop ist keine aktuelle xt:Commerce Version.

In aktuellster Version ist dies nicht mehr Möglich.

Leider ist auf der xt:Commerce-WebSite nicht zu erkennen welche Version die aktuellste ist, da dort nur von v3.0.4 die Rede ist.

Laut dem hier (gunnart.de) ist die 3.0.4 SP2.1 von August 2006. Scheint mir nicht mehr so ganz frisch zu sein… wird das Projekt nicht mehr gepflegt? Bei Open Source ist eine zwei Jahre alte Version ja irgendwie asbach. ;O)

Von gunnart gibt es evtl. auch einen Lösungsansatz (gunnart.de) für die XSS-Lücke. Da ich selber xt:Commerce nicht verwende kann ich nicht sagen ob die class.inputfilter.php alle Eingaben filtert oder nur aus bestimmten Eingabefeldern.

Nach kurzer Recherche, nach Shops die xt:Commerce benutzen, sieht es so aus, als ob nicht alle Shops betroffen sind. Evtl. wurden bei den nicht betroffenen Shops bereits Änderungen an der class.inputfilter.php vorgenommen.

Um zu prüfen ob der eigene Shop betroffen ist kann man einfach mal in den Suchschlitz "><h1>XSS</h1> einfügen und die Suche starten. Sollte dann irgendwie etwas ungewöhnliches angezeigt werden, so hat der Shop auch eine XSS-Lücke.

Thema: Open Source, Sicherheit, XSS | Kommentare geschlossen