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Gmail war schon immer evil

Donnerstag, 15. August 2013, 11:16 Uhr | Autor:

Google: E-Mail an Gmail = Verzicht auf Privatsphäre” (heise.de)

Wer ein E-Mail an einen Gmail-Nutzer schickt, verzichtet auf Privatsphäre. Diesen Standpunkt vertritt Gmail-Betreiber Google offiziell in einer Eingabe bei Gericht.

Dies hört sich erst einmal sonderbar an, aber Google hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass jede E-Mail gescannt wird, um möglichst passende Reklame einzublenden.

Google ist auf dem Standpunkt, wer eine E-Mail an eine Gmail-Adresse sendet, der weiss, dass sie auch von Google verarbeitet wird, also stillschweigend dem Scannen der eigenen E-Mails zustimmt. Hier wird natürlich bewusst ausgeblendet, dass ich zum Teil gar nicht erkennen kann, dass Google involviert ist.


Wer beispielsweise eine E-Mail an yatego.com sendet, der merkt erst bei einer Falschschreibung und der Verweigerung der Annahme, dass Google mit im Boot ist:
"sajkfhdbg238457ngsf@yatego.com":
SMTP error from remote server after RCPT command:
host: aspmx.l.google.com

yatego.com mx

In der Datenschutzerklärung von Yatego wird Google zwar erwähnt, aber nur im Zusammenhang mit “Google Analytics”, “Google Adsense” und der “Google “+1″-Schaltfläche”. Das Gmail nicht erwähnt wird ist kein Versäumnis von Yatego, sondern eher eines der Datenschützer, von Bund und Ländern, die diesen Punkt noch nicht abgearbeitet haben — haben sie ihn überhaupt auf der Agenda?

Dass ich hier Yatego exemplarisch herangezogen habe ist eher Zufall, da ich auf die Schnelle ein Beispiel suchte.


Nicht nur das Senden von E-Mails an Gmail-Konten ist vom Datenschutz her bedenklich, auch der Empfang hat ein Geschmäckle. Google scannt natürlich auch die E-Mails die von einem Gmail-Account versendet werden.

Wie hier eine Lösung aussehen könnte weiß ich noch nicht. Ein Opt-in, also die Zustimmung, dass man nun seine gesendete E-Mail dem Gmail-Scanvorgang zum Fraß vorwirft, ist wohl eher unpraktikabel. Auch eine Opt-in-Kontrolle der Empfangenen E-Mails, ob sie von einem Gmail-Account kommen, ist eher schwierig.

Thema: Datenschutz, Google | 2 Kommentare

Google will meine Daten zusammenfassen! ;O)

Samstag, 4. Februar 2012, 12:31 Uhr | Autor:

Google geht uns schon seit Tagen, mit ihrem “Wir ändern unsere Datenschutzbestimmungen und Nutzungsbedingungen.”, auf die Nerven. Auch ich nutze diverse Dienste von Google, zum Teil habe ich mehr als einen Account pro Dienst.


Einzelne Datensätze vor der Zusammenführung meiner Daten bei Google:

  • AdSense
  • AdWords
  • Alert
  • Analytics
  • Android Market
  • Docs
  • Groups
  • Mail
  • Plus
  • YouTube

Würde man nun alle diese Daten zusammentragen und in einem Datenpool zusammenführen und miteinander verknüpfen, so ergäbe sich ein gewisses Nutzerbild, welches von den Daten aus den täglichen Suchanfragen abgerundet würde.


Einzelne Datensätze nach der Zusammenführung meiner Daten bei Google:

  • AdSense
  • AdWords
  • Alert
  • Analytics
  • Android Market
  • Docs
  • Groups
  • Mail
  • Plus
  • YouTube

Ich nutze für jeden Dienst eine eigene E-Mail-Adresse und erschwere es Google alle Daten zusammenzutragen und sich ein Bild von mir zu machen. Und fast alle Dienste nutze ich nur zu Testzwecken.

Wenn Google morgen tot umfallen würde, würde mir nur die Suche fehlen, da dies nach wie vor der einzige Dienst ist, den ich jeden Tag nutze. Aber auch über meine Suchanfragen kann Google nicht so einfach Buch führen, da ich täglich die Cookies lösche bzw. löschen lasse und natürlich bin ich bei der Suche nie in einem Google-Account eingeloggt.

Ja, ich bin böse. ;O)


Wer viele Daten im Netz publiziert und ständig seine digitalen Ausdünstungen zum Besten geben muss, für den ist Google natürlich das ideale Schweißband. Wer aber, auch im 21. Jahrhundert, auf seine Privatsphäre achtet, der kann sehr leicht ohne Google leben und trotzdem die volle Bandbreite der Möglichkeiten des Internets nutzen. Dies mag am Anfang etwas mühseliger erscheinen, als “einfach” Google zu nutzen, aber wer sich nicht von einem Anbieter abhängig macht, der kann sehr flexibel auf die Änderungen bei einem Dienst reagieren ohne dabei alles zu verlieren.

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