Archiv für die Kategorie » Datenschutz «

Licht ins Dunkel um GLADII 2

Samstag, 18. Januar 2014, 16:35 Uhr | Autor:

#redtube #Abmahnung Das Gutachten zum GLADII-Gespenst ist da!” (blog.kowabit.de)

Fangen wir mal an und prüfen, ob der Gutachter sein Ziel erreicht hat.

Erstmal besucht nochmal diesen Beitrag: SITIRI-Test

Dann druckt euch das Gutachten aus und wir gehen es zusammen durch.

(…)

Es geht in dem Gutachten grundsätzlich um die Funktionstüchtigkeit von GLADII 1.1.3. Es geht in dem Gutachten nicht um die Funktionsweise!!! Das macht einen Unterschied aus und zeigt den Wert des Gutachtens der Kanzlei Diehl und Partner in meinen Augen. Um auch gleich vorzugreifen: Ich halte das erarbeitete Stück Papier der Kanzlei Diehl und Partner nicht für ein Gutachten, sondern nur für ein Testprotokoll. Lückenhaft und oberflächlich. Deshalb spreche ich auch nur von Tester, statt von Gutachter. Wenn das gutachterliche Arbeit in Deutschland ist, dann haben wir schwere Probleme.

Ich habe mir das “Gutachten” auch angesehen und musste lachen, vor allem bei diesem Punkt:

4. Für die Überprüfung verantwortliche Person

Dr. Frank Schorr ist promovierter Physiker und Patentanwalt mit 18 Jahren Berufserfahrung. (…) Aufgrund seiner Tätigkeit ist Dr. Frank Schorr mit den Technologien der Informationsverarbeitung und Informationsübertragungen über das Internet in einem Maß vertraut, welches über das für die vorliegende Untersuchung notwendige Maß weit hinausgeht.

Dieser Physiker hat sich keine Sekunde gefragt, wie die Software die IP-Adressen, etc. protokollieren konnte — ganz einfach weil er kein Ahnung hat, wie Informationen im Internet übertragen werden. Wenn ich diese Kanzlei in der Vergangenheit als Gutachter bestellt hätte, würde ich mir nun ob deren Qualität ernsthaft Sorgen mach, speziell wenn etwas im Zusammenhang mit Informationstechnologien begutachtet wurde.


Den “SITIRI-Test” habe ich oben zitiert, da dieser für viele sicher hilfreich sein könnte, um zu verstehen wie evtl. die IP-Adressen gewonnen wurden. Zum Test geht es hier lang: “#redtube #abmahnung IP-Adressen abphishen für Anfänger und zukünftige Abmahnanwälte” (blog.kowabit.de)

Einen Punkt hat Herr Kowalski bei der Beschreibung seines Tests vergessen zu erwähnen.

Teilnehmer an diesem Test akzeptieren die Speicherung der Daten UND, dass ALLE Teilnehmer des Tests und einfache Besucher die Daten einsehen können, da die Zugangsdaten HIER veröffentlicht sind.

Nicht nur wer Teilnehmer des Tests ist kann seine IP-Adresse hinterlassen. Auch der der unwissend das JavaScript zur Protokollierung, welches in einer beliebigen Website eingebunden sein kann, aufruft, kann von dem 12-$-Script erfasst werden. Das heißt, wessen IP-Adresse irgendwo gespeichert wird, muss nicht zwingend bewusst selber eine Website besucht haben. Was dann am Ende auch mit der anstehenden Vorratsdatenspeicherung bedacht werden sollte.


Und zum Abschluss noch ein Beispiel, wo der Otto Normal seine Daten hinterlässt. Ich habe beispielhaft nur die Startseite der BLÖD aufgerufen.

Abhängigkeiten:

Cookies:



Update: 24.01.2014 – 14:55 Uhr

Auch in “#redtube #abmahnung Kann das GLADII Gutachten die Abmahner überführen? (Update)” (blog.kowabit.de) wird versucht noch detailverliebter Korinthen zu kacken, was aber wieder nicht gelingt. Aus dem folgenden wird einfach abgeleitet/vermutet, dass sich der Physiker vor den Tests in die Überwachungssoftware eingeloggt hat:

5. Testszenario

5.1 Die Software “GLADII 1.1.3″ besitzt ein Web-Interface, zu welchem uns vom Auftraggeber ein Zugang zur Verfügung gestellt wurde.

Nur weil ich einem Freund in Hamburg sage “Heute war es in Moskau mit -25°C saukalt!” bedeutet dies natürlich nicht, dass ich selber in Moskau war.

Einerseits wird versucht einzelne Worte des “Gutachtens” wie “integrierten” (Video-Player) auf die Goldwaage zu legen, um einen Weg zu finden, wie die IP-Adressen aufgezeichnet worden sein können. Andererseits werden die unzähligen Ungenauigkeiten, wie beispielsweise der angebliche Download, obwohl nur Streams möglich sind, ignoriert. Wer sich einfach nur das rauspickt was einem in de Kram passt, der macht sich es zu einfach. Wir sind doch keine Journalisten! ;O)

Das “Gutachten” ist nicht geeignet um einen genauen Ablauf der Tests zu rekonstruieren. PUNKT!

Thema: Datenschutz, Korinthenkacker | Kommentare geschlossen

Licht ins Dunkel um GLADII

Montag, 23. Dezember 2013, 11:22 Uhr | Autor:

Abmahnungen wegen Porno-Streaming: Rechteinhaber äußert sich zur IP-Adress-Ermittlung” (heise.de)

Die Erhebungs-Software GLADII basiere “auf üblichen Internet-Technologien. Der Einsatz von Viren, Trojanern und Malware kann ausgeschlossen werden.” Der Einsatz der Software lasse “keine rechtliche Bedenken zu”. Man habe IP-Adressen, Links und Zeiten “korrekt erfasst”. “Vertipper-Domains und Umleitungen können ausgeschlossen werden”, heißt es ohne weitere Erläuterungen.

Sorry Heise, aber das hat ja fast BILD-Niveau. Was The Archive AG da mitteilt, ist genau das, was bisher verbreitet wurde. Die Überschrift hätte also eher “Weiterhin bleibt die Art der IP-Adress-Ermittlung unklar” lauten müssen.


An dieser Geschichte interessiert mich am meisten bzw. nur, wie die IP-Adressen gesammelt wurden, also habe ich in diesem bösen Internetz gegraben und bin auf die Geschichte zu GLADII gestoßen. Hier nur die Kernfunktion von GLADII ohne den Teil, der vom Webserver eh in Logfiles gespeichert wird:

  • GLADII 0.47.11
    <meta http-equiv="refresh" content="0; url=http://p.ron/xxx/" />
  • GLADII 0.8.15
    Redirect /fake.html http://p.ron/xxx/
  • GLADII 1.1.3
    header('http://p.ron/xxx/');



Irgendwann müssen diese Komiker, zumindest einem Richter, verklickern wie diese “Software” genau funktioniert. Die machen so ein Geheimnis daraus, als ob sie Goldmacher wären. Gäbe es diese “Software” wirklich und sie könnte das was behauptet wird, dann würden sie mit dem Verkauf dieser, wahrscheinlich sehr viel mehr Geld verdienen, als mit diesen dubiosen Abmahnungen. Alleine dies ist schon ein Hinweis, wenn nicht gar ein Beleg dafür, dass diese Software nicht existiert, bzw. nicht die angeblichen Funktionen aufweist. Jede Ermittlungsbehörde, jeder Rechteinhaber, jeder Privatdetektiv, jeder Spanner würde diese “Software” kaufen wollen.


Damit auch die Kleinen etwas mitnehmen können. Eine echte Info zu Gladii, trotz nahendem Weihnachten ohne Spekulatius:

Der Gladius (Mehrzahl: Gladii) ist ein römisches Kurzschwert.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Gladius_(Waffe)

Thema: Datenschutz | Kommentare geschlossen