Heise-Forum vs. “Web to Date” :O)

Sonntag, 5. September 2010, 12:17 Uhr |  Autor:

Web to Date 7 veröffentlicht” (heise.de)

Data Becker hat Version 7 seines Desktop-CMS Web to Date veröffentlicht. Das Windows-Programm ermöglicht mit Hilfe anpassbarer Fertig-Layouts die Gestaltung von Websites nach dem Baukastenprinzip

Damit ist eigentlich schon (fast) alles gesagt, auch wenn der Artikel bei Heise etwas länger ist. Viel interessanter, wie ich finde, ist die Diskussion dazu im Forum von Heise. :O)

Ich finde sowas nur peinlich … weil man dann genau sieht womit die Seite erstellt wurde.

Naja, wer sich etwas auskennt, der sieht einer Seite auch die Mutter an, egal ob es TYPO3, Drupal, Joomla oder Imperia ist. Wirklich peinlich ist es vielleicht wenn ein Webdesigner “Web to Date” benutzt und seiner Kundschaft eine “professionelle Homepage” anbietet. (Die “Homepage” ist ja nur die Startseite, da kann nicht so viel schief gehen. <g>) Es gibt auch “Webdesigner” die die Software von Data Becker benutzen, alle Hinweise zum Generator aus dem Quellcode entfernen und das Ergebnis als Eigenentwicklung verkaufen.

Ok, es ist eine Meldung. Aber keine brauchbare. Welchen Nutzen bietet sie? Ausser für die Firma die hier beworben wird.

Schreibt Heise über ein Produkt der Äpfelmännchen dann gibt es solche Kommentare kaum. Die Heise-Leser sind wohl alle Jobs-Jünger. :O)

Ich gebe es zu, auch mir kommt der Artikel etwas verirrt daher. Der “Web to Date”-User ist wohl eher kein Heise-Leser, ich würde ihn eher in Richtung CHIP verorten. Vielleicht will Heise auch nur mal in fremden Gewässern fischen. Jeder Computerinteressierte fängt mal klein an. Heise-Leser vergessen gerne dass auch sie am Anfang mit den gleichen vielen Fragezeichen in der c’t gelesen haben.

Und die Profis nehmen eh Dreamweaver & Co.

Profis und Dreameaver… DER war gut…

Dreamewaver ist 100% KEIN Profitool sondern nur eine Krücke für Möchtegerns

Das sehe ich ähnlich, wobei ich allerdings nicht weiß ob es einfach an der Software von Adobe liegt oder am Unvermögen derer die es einsetzen. Auch mit WORD kann man schnell ansprechende Dokumente erstellen, nur kennen die wenigsten Benutzer alle Features der Software, ähnlich sieht es wahrscheinlich mit Dreamewaver aus.

178,50 Euro für die Downloadversion von “Web to Date 7″ mag bei vier- oder fünfstelligen Beträgen die für einen “professionellen Internetauftritt” verlangt und bezahlt werden als Schnäppchen erscheinen oder auch einfach nur als “billig == schlecht”. Aber… muss es denn immer gleich ein 50MB schweres CMS sein, mit fein granulierbaren Berechtigungssystem und Mordsbackend (in der Grundinstallation), nur um fünf, eher statische, Seiten ins Netz zu bringen?

Viele Werbeagenturen bieten ihren Kunden seit vielen Jahren auch Websites an, obwohl sie wenig Ahnung von Onlinemedien haben, ursprünglich aus der Printecke kommen und meinen, das Webdesign nur die moderne Form von Printdesign ist. Die echten Webdesigner kennen den Ärger mit den Printlern und können davon ein Lied singen — mit vielen Strophen. Aber ich will jetzt gar nicht auf TYPO3 rumhacken… ups… hab ich TYPO3 gesagt… :O) Es gibt sicher viele Seiten, für die ein mächtiges CMS wie TYPO3 goldrichtig ist, aber, seien wir mal ehrlich, das was so manche Agentur ihrem Kunden andreht ist einfach fehl am Platze.

Wenn ich im Garten ein Loch für ein kleines Bäumchen buddeln will, dann brauche ich auch keinen 90,6 Tonnen schweren “Ladeschaufelbagger 385C FS” (deutschland.cat.com). ;O)

Eine gute Webagenturen zeichnet aus, dass sie eben nicht alles mit TYPO3 erschlägt, sondern auf die Bedürfnisse des Kunden abgestimmt, das anbieten was sinnvoll ist.

Es gibt Kunden/Bedürfnisse da reicht “Web to Date” vollkommen aus (der generierte HTML-Quellcode ist gar nicht mal so schlecht), andere benötigen etwas mehr Flexibilität und noch anderer brauchen ein CMS mit der eine Redaktion einer großen Zeitung/Zeitschrift diverse verschiedenartige Seiten, mit verschiedenen Benutzerrechten verwalten kann.

Bevor man irgendein Web-CMS benutzt, bei dem dauernd neue Sicherheitslücken auftreten (Typo3, WordPress usw.), nimmt man lieber ein Desktop-CMS.

Ich habe mir “Web to Date” von Data Becker angeschaut. Nach der Installation unter Windows, habe ich innerhalb von Minuten eine ansprechende Website im Netz gehabt, aber nach weniger als einer Minute fand ich auch schwerwiegende Sicherheitslücken.

Nur so viel: Alle Benutzer von “Web to Date” sollten sofort das Gästebuch löschen.

Ich habe Heise auf die Fehler hingewiesen, in der Hoffnung das diese in einem Update zum Artikel Erwähnung finden und sie Data Becker von dem Vorhandensein von eklatante Sicherheitslücken überzeugen können. Data Becker hat natürlich auch eine E-Mail bekommen, aber glauben die einem kleinen Korinthenkacker wie mir? :O)

Bei einem CMS welches auf einem Webserver installiert wurde und online benutzt wird, da ahnen die Benutzer schon, dass die Software auch Fehler enthalten kann und sie selber Updates einspielen müssen.

Was ich an WordPress so schätze ist das einfache Updaten aus dem Backend heraus. Loggt man sich ein so wird einem ein Update automatisch angezeigt, welches man auch automatisch durchführen kann.

Wie kann Data Becker aber nun alle “Web to Date”-Benutzer erreichen?

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Thema: Sicherheit, so Leute, Software

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2 Kommentare

  1. Das Problem rührt aus verschiedenen Ecken. Mangeldes Wissen beim Kunden, Ausnutzen und Beschiss seitens der Agenturen – teilweise auch aus Unwissenheit.
    Typo3 – weit verbreitet, ich mag es nicht.
    Dreamweaver – profis… wenn ich sowas lese, weiß ich dass es kein Gesprächspartner ist. Letztlich ist es doch völlig egal, wie der Output zu stande kommt, die Frage ist doch wieder Code aussieht. Egal mit welchem WYSIWYG-Editor kann ich guten und miesen Code generieren. Zumindest sehe ich das so.

    Aber machen wir uns nichts vor. Rettung naht. Ich arbeite entsprechendes Geschäftsmodell gerade aus, und dann wird’s richtig lustig :-D

  2. Mit Agenturen, TYPO3 und Dreamweaver hast Du sicher schon genügend Erfahrungen gemacht. ;O)

    Meiner Meinung nach hat WYSIWYG bei der Erstellung von CMS-Templates nichts zu suchen, da kommt meist nur Murks raus.

    Und von Dir gibt es bald einen “Homepätsch-Baukasten”?

    Äh… “der WebArchitekt-Baukasten”! ;O)