nPA: BSI vs. Realität
Sonntag, 26. September 2010, 17:54 Uhr | Autor: ich
Schöner Verschreiber…
“Hacker tricksen neuen Personalausweis aus” (augsburger-allgemeine.de)
Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen seien laut BSI kein Thema. Der einzige Weg sich vor Angriffen zu schützen, ist nach wie vor die Schadsoftware bei seinem Computer stets auf dem aktuellen Stand zu halten.
…daran wird gearbeitet:
“Online-Kriminelle gehen immer raffinierter vor” (bitkom.org)
“Immer noch surft jeder Fünfte ohne Virenschutz…”
(…)
Viren und andere Schadprogramme sind die häufigste Erfahrung mit Online-Kriminalität. 43 Prozent der Internet-Nutzer ab 14 Jahren – das entspricht 22 Millionen Deutschen – haben schon einmal erlebt, dass ihr Computer infiziert wurde. Im Vorjahr waren es noch 38 Prozent.
Der CCC weist alle zukünftigen Ausweisbesitzer darauf hin, daß nur höherwertige Lesegeräte – mindestens der Klasse 2 – verwendet werden sollten, um wenigstens einen Schutz vor den simplen Angriffen mittels leicht verfügbarer Spionagesoftware zu erreichen. Sie unterscheiden sich von den Billiggeräten durch ein eingebautes Pinpad. Dadurch muß die PIN nicht mehr am PC eingegeben werden, wo sie von der Schadsoftware abgefangen werden kann.
Bisher gibt es laut dem hier — “Kartenleser” (ccepa.de) — aber nur zwei vom BSI zertifizierte Kartenleser und dies sind beides Basisgeräte ohne Eingabefeld für die PIN. Fünf Wochen noch bis zum 1. November. Tick… Tack… Tick… Tack…
(Wenn der Browser mault das dem Zertifikat auf ccepa.de nicht getraut wird… Die Fraunhofer trauen sich nur selber. Und wenn die Seiten etwas komisch aussehen… Die statischen Seiten wurden mit dem Exploder gespeichert. Liferay wird wohl nicht mehr getraut — was meine Schuld ist. <g>)
Das Ministerium und seine nachgeordneten Behörden sehen das ePA-Projekt naturgemäß anders: “Der Spagat zwischen Datenschutz und Bedienungskomfort ist gelungen”, schreibt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) über den elektronischen Personalausweis in seinem aktuellen Jahresbericht.
“Was die da rauchen, hätten wir auch gern mal”, kommentierte CCC-Sprecher Engling.
Die Antwort vom BSI zum eigenen Drogenkonsum:
BSI-Sprecher Matthias Gärtner reagierte darauf am Donnerstag mit dem Hinweis, «dass in Gebäuden der Bundesverwaltung – und somit auch im BSI – Rauchverbot besteht»
Quelle: “Keine Drogen für den Chaos Computer Club” (newsticker.sueddeutsche.de)
Das BSI fühlte sich wohl genötigt dem Bericht des CCC etwas entgegenzusetzen:
“White Paper zu Kartenlesegeräten für den neuen Personalausweis” (bsi.bund.de)
Es ist in dem Fall höchsten möglich, mit Hilfe einer falschen Angabe dem Nutzer vorzutäuschen, weniger personenbezogene Daten auszulesen, als tatsächlich übermittelt werden,
Will ich das mehr Daten an den Dienstanbieter übermittelt werden als die die mir angezeigt wurden und deren Übermittlung ich zugestimmt habe?
oder eine Authentisierung gegenüber einem anderen Dienstanbieter durchzuführen, als vom Nutzer gedacht.
Dienstanbieter-A kann sich für Dienstanbieter-B ausgeben und meine Daten abgreifen?
Leute… Wir reden hier vom Personalausweis und nicht von der Kundenverfolgungskarte der Tanke um die Ecke!
Und weiter aus dem White-Paper des BSI:
Wesentliche und wichtigste Sicherheitsmaßnahme ist die Absicherung des Rechners durch Antivirensoftware, die Benutzung einer Firewall und die Installation aller Sicherheitsupdates. Diese Maßnahmen werden vom BSI unabhängig von der Verwendung der Online-Authentisierung grundsätzlich empfohlen [3]. Auch in der Rechtsprechung wird eine Pflicht des Nutzers zur angemessenen Sicherung eines am Internet angeschlossenen Rechners bestätigt (z.B. LG Köln 5.12.2007, 9 S 195/07).
Personal Firewall (de.wikipedia.org)
Eine (auch: ein) Personal Firewall oder Desktop Firewall (von englisch firewall Brandschutzwand „Brandmauer“) ist eine Software, die den ein- und ausgehenden Datenverkehr eines PCs auf dem Rechner selbst filtert. Sie wird zum Schutz des Computers eingesetzt und vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) als eine empfohlene Schutzmaßnahme für Nutzer des Internets aufgelistet.
Im Gegensatz zu einer klassischen Netzwerk-Firewall ist eine Personal Firewall keine eigenständige Netzwerkeinheit, die den Verkehr zwischen zwei Netzwerken filtert. Sie filtert nur zwischen dem Rechner, auf dem sie läuft, und dem Netz.
Ein Nachteil dieses Prinzips ist, dass die Firewallsoftware selbst einen Angriffsvektor darstellen kann. Die Ausnutzung oder Umgehung dieser kann den vollständigen Zugang zum zu schützenden System bedeuten.
Antivirenprogramm (de.wikipedia.org)
Ein Antivirenprogramm (auch Virenscanner oder Virenschutz genannt, Abkürzung: AV) ist eine Software, die bekannte Computerviren, Computerwürmer und Trojanische Pferde aufspürt, blockiert und gegebenenfalls beseitig
“Gesetz über Personalausweise und den elektronischen Identitätsnachweis sowie zur Änderung weiterer Vorschriften – Vom 18. Juni 2009” (bmi.bund.de / PDF)
§ 27
Pflichten des Ausweisinhabers
(…)
(3) Der Personalausweisinhaber soll durch technische und organisatorische Maßnahmen gewährleisten, dass der elektronische Identitätsnachweis gemäß § 18 nur in einer Umgebung eingesetzt wird, die nach dem jeweiligen Stand der Technik als sicher anzusehen ist. Dabei soll er insbesondere solche technischen Systeme und Bestandteile einsetzen, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik als für diesen Einsatzzweck sicher bewertet werden.
Und nun schauen wir noch einmal an den Anfang:
“Immer noch surft jeder Fünfte ohne Virenschutz…”
(…)
43 Prozent (…) haben schon einmal erlebt, dass ihr Computer infiziert wurde.
Ist die eID- und die Signaturfunktion des neue Personalausweis wirklich schon tauglich für den Otto-Normal-Surfer?
Thema: Politik, Sicherheit | 5 Kommentare






