sueddeutsche.de kauft positiv gestimmte Blogeinträge und merkt es nicht?!

Nach “Peinlich, peinlich: “Süddeutsche Zeitung” kauft sich lobende Blogposts” (upload-magazin.de) haben sich wohl ein paar Leute erinnert… “Da war doch mal was mit der Süddeutschen?!”… ja, es war etwas ähnlich Peinliches.

Mir fiel bereits an den vergangenen Tagen auf dass nach meinem alten Eintrag gesucht wurde. Schon knapp eineinhalb Jahre ist es her, da verglich ich die SEO-Künste von sueddeutsche.de und welt.de: “Süddeutsche gegen SEO


Wenn ich mir den Artikel vom “UPLOAD Blog” durchlese

Wer als Blogger das Angebot der Süddeutschen annimmt, soll zunächst die iPhone-App der Zeitung herunterladen. Wozu das genau notwendig sein sollte, war mir auf den ersten Blick nicht so recht klar, denn nicht nur ein praktischer Lobeshymnen-Baukasten wird dem Blogger frei Haus geliefert (s.u.), auch passende Screenshots sind gleich dabei.

und die Erklärungsversuche bzw. die Schadenbegrenzung dazu, als Kommentar im Blogeintrag
Peter Bilz-Wohlgemuth verantwortlich für sueddeutsche.de-Marketing

1. Wir wollten eine virale Kampagne lancieren
(…) Wir haben jedoch immer betont, dass wir mitnichten „lobende Blogposts“ haben wollen, (…) hier der Blogger die Freiheit hat, zu entscheiden, was er schreibt und was nicht.

Trigami-Chef Remo Uherek

1. Wir als Trigami haben grossen Mist gebaut! Punkt.

2. Unsere interne Qualitätskontrolle hat versagt, und diesen Fehler nehme ich auf meine Kappe, denn ich habe die entsprechenden Mitarbeiter persönlich eingeschult.

So wirklich kauf ich den beiden die Geschichte nicht ab.

Trigami ist im Verhältnis zur Süddeutschen natürlich ein Zwerg und versucht kleine Brötchen zu backen, in der Hoffnung evtl. doch mal wieder mit den Jungs ins Geschäft zu kommen. Und es macht sich einfach nicht gut, wenn man einen bereits verlorenen Kunden öffentlich der Dummheit oder gar der Lüge bezichtigt.

Woher kamen denn die Textbausteine für den “Lobeshymnen-Baukasten”? Sitzen bei Trigami Leute, die ohne jegliche Informationen vom Kunden, Werbetexte verfassen und diese – ohne Rücksprache mit dem Kunden – den Bloggern übermitteln? Wohl kaum! Die Textbausteine kamen doch wohl eher von der Marketingabteilung von sueddeutsche.de selber. Und was haben die Marketing-Menschen gedacht warum sie diese Werbebotschaften abliefern sollen? Weil dem Otto-Normal-Blogger, der für Trigami “Text-Reviews” (trigami.com) schreibt, nichts einfällt? Vielleicht sind sie es auch einfach nur – aus dem eigenen Tagesgeschäft – gewöhnt, das Hersteller Einfluss auf die Berichterstattung über sie und ihre Produkte nehmen.

Und was hat ein offen als Werbung gekennzeichneter Blogeintrag mit einer “virale(n) Kampagne” zutun?

Etwas Text für die sueddeutsche.de-Marketingabteilung:

Virales Marketing (auch Viralmarketing oder manchmal Virusmarketing) ist eine Marketingform, die soziale Netzwerke und Medien nutzt, um mit einer meist ungewöhnlichen oder hintergründigen Nachricht auf eine Marke, ein Produkt oder eine Kampagne aufmerksam zu machen.

Quelle: de.wikipedia.org

Wie ungewöhnlich und hintergründig… wenn am Anfang eines Blogeintrages “Trigami-Anzeige” steht… ;O)


Noch kurz etwas zu den “Advertorials” (trigami.com):

Advertorials sind redaktionelle Werbetexte, geschrieben von Bloggern, 100% positiv durch Inhaltskontrolle Ihrerseits.

Da diese Werbeform Spam ist, sollte sie auch eine andere Kennzeichnung in den Blogs bekommen als die üblichen “Text-Reviews” (trigami.com). Bei den “Text-Reviews” ist mir zwar auch klar das der Blogger nicht zu böse/ehrlich über ein Produkt oder eine Dienstleistung schreibt, da er ja auch zukünftig noch Aufträge von Trigami bekommen möchte, aber solchen Beiträgen kann ich, u.U. je nach Blogger, trotzdem noch einen Wert abgewinnen. Leider sieht man dem wertlosen Spam-Eintrag nicht an, das der Text und die Zielrichtung vom Auftraggeber zu “100%” vorgegeben wurde.

Diese Geschichte hat mich erst auf diese “Advertorials” gebracht, was nun dazu führt, dass ich alle Beiträge, bei denen “Trigami-Anzeige” steht, als wertlosen Spam einordnen muss.

One comment

  1. Wie peinlich ist diese Geschichte denn? Wie soll man eine Zeitung eigentlich noch ernst nehmen, welche ihren Ruf mit solchen Methoden zu manipulieren versucht?

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