Beiträge vom » Dezember, 2009 «

abendblatt.de: Ausweg?

Donnerstag, 17. Dezember 2009, 17:40 Uhr | Autor:

Inhalte die eine Website kostenlos anbietet, kann eine andere nicht verkaufen, dies funktioniert einfach nicht, da zwischen Paid-Content und Free-Content nur ein Klick liegt.

Welche Inhalte vom Hamburger Abendblatt sind Premium-Content für die jemand bereit wäre Geld zu bezahlen?

Ich bin kein Leser von abendblatt.de, weil

  • Axel-Springer-Verlag (Vorurteil)
  • Überregionale Inhalte finde ich umfangreicher in anderen Publikationen.
  • Regionale Inhalte interessieren mich generell nicht.

Was ich aber auch als nicht-abendblatt.de-Leser interessant finde, ist deren Archiv!

Das Archiv vom Hamburger Abendblatt ist online verfügbar. Die Ausgaben, seit der ersten vom 14. Oktober 1948, kann ich online durchsuchen und auch als PDF der gedruckten Ausgabe (!) herunterladen.

<einschub>
Aber (wenn ich nichts zu nörgeln hätte… <g>) leider gibt es nicht zu allen Ausgaben das PDF der gedruckten Ausgabe und leider sind die, von denen es welche gibt, nicht vollständig und es ist nicht zu erkennen was fehlt und warum. Sehr schade!
</einschub>

Keine andere Website kann die archivierten Ausgaben publizieren ohne dabei mit einer kostenpflichtigen Abmahnung rechnen zu müssen.

Was stand im Hamburger Abendblatt am Tage nach John F. Kennedys Ermordung oder zur Mondlandung oder zu Nixons Watergate oder… oder… oder….

Dieses Archiv ist Premium-Content!


Zugegeben, es ist sicher nicht leicht wirklich Premium-Content zu finden, bzw. welchen zu produzieren, der auch wirklich premium ist und nicht von der Konkurrenz aus der gleichen Quelle eingekauft, etwas modifiziert und publiziert wurde. Aber nur dieser Content ist es, der langfristig Erfolg haben wird, wenn es um Paid-Content geht.

Thema: Korinthenkacker, Medien | Kommentare geschlossen

abendblatt.de: Irrweg

Donnerstag, 17. Dezember 2009, 17:37 Uhr | Autor:

In den vergangenen Tagen gab es etwas Aufregung bezüglich der Umstellung beim Hamburger Abendblatt auf kostenpflichtige Inhalte.

Diskussion über Springers Bezahlinhalte” (heise.de)

Die Bezahlung der eigentlich für Nicht-Abonnenten kostenpflichtigen Inhalte bei abendblatt.de lässt sich auf verschiedenen Wegen umgehen. (…) Besitzer eines Firefox können mit Hilfe der Erweiterung “User Agent Switcher(addons.mozilla.org / Warum Heise den Link nicht selber eingefügt hat verstehe ich nicht, naja, dafür bin ich ja da. <g>) ihren Web-Browser sich als Googlebot oder als einen Such-Roboter von Yahoo oder MSN ausgeben lassen. Dann ist jeder Klick auf einen abendblatt.de-Artikel kostenlos. (…)

Nach Angaben von Jochen Herrlich, General Manager Online beim Abendblatt, sind die Hintertüren mit Absicht belassen worden. Leser sollten durchaus über Google und andere Suchmaschinen an abendblatt.de herangeführt werden, um sich von dem Angebot überzeugen lassen zu können, sagte Herrlich gegenüber heise online.

Man könnte die Hintertüren auch mit “Wer zu blöd ist, ein Add-on zu benutzen, muss bezahlen!” gleichsetzen. Zu dem “Angebot überzeugen lassen” und den üblichen Geschwafel von Qualitätsjournalismus habe ich ein paar Korinthen:
abendblatt.de: Qualitätsjournalismus


Etwas,

  • was über Jahre hinweg immer kostenlos angeboten wurde,
  • was an vielen Stellen im Netz weiterhin kostenlos konsumiert werden kann,

nun ohne Mehrwert, auf kostenpflichtig umzustellen, halte ich für eine große Dummheit.

Da die meisten Besucher von Newsseiten eh über Google & Co. kommen und abendblatt.de die Zugriffe über Suchmaschinen nicht blockiert, wird man sehr wahrscheinlich keinen großen Unterschied bei den Zugriffen auf die Seiten feststellen. Wir werden in einigen Wochen lesen können, dass die Umstellung auf Paid-Content, kaum Einfluss auf die Besucherströme hatte. Da aber in dieser Meldung nicht mitgeteilt werden wird, wie sich die Zahl der zahlenden Leser entwickelt hat, wird man die Umstellung als Erfolg verkaufen.

Sollte hingegen ein großer Teil der Besucher aus Stammlesern bestehen, die primär kommen um sich über das Geschehen in ihrer Stadt und Umgebung zu informieren, so wird man einen Knick nach unten in der Statistik feststellen können, denn diese Besucher kommen nicht über Suchmaschinen und werden ausgesperrt. Da das Hamburger Abendblatt nicht das Monopol auf regionale News hat, werden diese zahlungsunwilligen Stammleser auf andere Angebote ausweichen.


Ich behaupte, dass die Entscheidung, über Nacht fast alle Inhalte auf kostenpflichtig umzustellen, eher eine Bauchentscheidung war – so nach dem Motto “Wir müssen endlich den ersten Schritt in Richtung Paid-Content machen.” – aber keine gründliche Analyse der Besucherströme vorangegangen ist.

Thema: Korinthenkacker, Medien | Ein Kommentar