abendblatt.de: Irrweg
Donnerstag, 17. Dezember 2009, 17:37 Uhr | Autor: ich
In den vergangenen Tagen gab es etwas Aufregung bezüglich der Umstellung beim Hamburger Abendblatt auf kostenpflichtige Inhalte.
“Diskussion über Springers Bezahlinhalte” (heise.de)
Die Bezahlung der eigentlich für Nicht-Abonnenten kostenpflichtigen Inhalte bei abendblatt.de lässt sich auf verschiedenen Wegen umgehen. (…) Besitzer eines Firefox können mit Hilfe der Erweiterung “User Agent Switcher” (addons.mozilla.org / Warum Heise den Link nicht selber eingefügt hat verstehe ich nicht, naja, dafür bin ich ja da. <g>) ihren Web-Browser sich als Googlebot oder als einen Such-Roboter von Yahoo oder MSN ausgeben lassen. Dann ist jeder Klick auf einen abendblatt.de-Artikel kostenlos. (…)
Nach Angaben von Jochen Herrlich, General Manager Online beim Abendblatt, sind die Hintertüren mit Absicht belassen worden. Leser sollten durchaus über Google und andere Suchmaschinen an abendblatt.de herangeführt werden, um sich von dem Angebot überzeugen lassen zu können, sagte Herrlich gegenüber heise online.
Man könnte die Hintertüren auch mit “Wer zu blöd ist, ein Add-on zu benutzen, muss bezahlen!” gleichsetzen. Zu dem “Angebot überzeugen lassen” und den üblichen Geschwafel von Qualitätsjournalismus habe ich ein paar Korinthen:
“abendblatt.de: Qualitätsjournalismus”
Etwas,
- was über Jahre hinweg immer kostenlos angeboten wurde,
- was an vielen Stellen im Netz weiterhin kostenlos konsumiert werden kann,
nun ohne Mehrwert, auf kostenpflichtig umzustellen, halte ich für eine große Dummheit.
Da die meisten Besucher von Newsseiten eh über Google & Co. kommen und abendblatt.de die Zugriffe über Suchmaschinen nicht blockiert, wird man sehr wahrscheinlich keinen großen Unterschied bei den Zugriffen auf die Seiten feststellen. Wir werden in einigen Wochen lesen können, dass die Umstellung auf Paid-Content, kaum Einfluss auf die Besucherströme hatte. Da aber in dieser Meldung nicht mitgeteilt werden wird, wie sich die Zahl der zahlenden Leser entwickelt hat, wird man die Umstellung als Erfolg verkaufen.
Sollte hingegen ein großer Teil der Besucher aus Stammlesern bestehen, die primär kommen um sich über das Geschehen in ihrer Stadt und Umgebung zu informieren, so wird man einen Knick nach unten in der Statistik feststellen können, denn diese Besucher kommen nicht über Suchmaschinen und werden ausgesperrt. Da das Hamburger Abendblatt nicht das Monopol auf regionale News hat, werden diese zahlungsunwilligen Stammleser auf andere Angebote ausweichen.
Ich behaupte, dass die Entscheidung, über Nacht fast alle Inhalte auf kostenpflichtig umzustellen, eher eine Bauchentscheidung war – so nach dem Motto “Wir müssen endlich den ersten Schritt in Richtung Paid-Content machen.” – aber keine gründliche Analyse der Besucherströme vorangegangen ist.







Freitag, 18. Dezember 2009, 17:11 Uhr
die denken wohl: wir waren die ersten – jetzt werden alle nach und nach auf diese methode umstellen… und es gibt in zukunft überall denselben schrott gegen geld, so wie bei den print-medien. die peilen einfach nicht, daß das im netz so nicht funktioniert. man kann nur einen mehrwert verkaufen, alles andere muß es nach wie vor kostenfrei geben, sonst wird es keiner haben wollen, schon gar nicht in diesen zeiten wo die leute kein geld mehr haben. naja die werden ihren denkzettel noch kriegen.