Kleines Datenleck: Rahmenvereinbarung zwischen Brother und Parteien

Sonntag, 1. November 2009, 10:43 Uhr |  Autor:

Beim Austesten von Google bin ich mal wieder, über einen kleinen Umweg, auf etwas gestoßen, was wohl nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist.

Der Druckerhersteller Brother bietet Parteien Rahmenverträge an, die den Mitgliedern Rabatte einräumen, die je nach Produkt zwischen 19,55% und 60,65% liegen. Wow! Naja, nicht ganz. Diese hohen Rabatte würden sich nur ergeben, wenn man die in dem Dokument enthaltenen unverbindliche Preisempfehlungen heranziehen würde, aber auf dem freien Markt, zahlt wohl kaum jemand den UVP.

Die Parteimitglieder fühlen sich bestimmt gebauchpinselt, dass sie von Brother so hohe Rabatte erhalten. Die Preisliste für “GERÄTE” habe ich mir etwas genauer angeschaut, wobei ich feststellen konnte, dass die Kunden mit Rahmenvertrag bis zu 138% zu viel für ein Produkt bezahlen würden, wenn sie nicht die üblichen Marktpreise kennen, bzw. über Preissuchmaschinen heraussuchen.

In der einen Preisliste sind 97 Produkte enthalten. Bei 59 Produkten muss der RV-Kunde zwischen 0,35% und 138,16% mehr bezahlen, als bei dem günstigsten Händler, den er per Preissuchmaschine findet. Nur bei 38 Produkten kann er zwischen 0,26% und 13,86% sparen.

  • Drucker
    Parteimitglieds-Aufschlag: bis zu 45,78%
    echte Ersparnis: bis zu 13,86%
  • Multifunktionsdrucker (Kopierer, Drucker & Scanner)
    Parteimitglieds-Aufschlag: bis zu 32,73%
    echte Ersparnis: bis zu 4,69%
  • Faxgeräte
    Parteimitglieds-Aufschlag: bis zu 92,49%
    echte Ersparnis: bis zu 11,42%
  • Multifunktionscenter (Kopierer, Drucker, Fax & Scanner)
    Parteimitglieds-Aufschlag: bis zu 34,02%
    echte Ersparnis: bis zu 9,70%
  • Elektronische Beschriftungsgeräte
    Parteimitglieds-Aufschlag: bis zu 138,16%
    echte Ersparnis: bis zu 4,55%

Als RV-Kunde würde ich diese Preisgestaltung von Brother irgendwie nicht gut finden – aber ich benutze auch das Internet. Man könnte auf die Idee kommen, dass da jemand von Brother meint: da Politiker eh kaum das Internet benutzen und unbesehen das glauben was ihnen Firmen erzählen, und überhaupt, bezahlen muss es am Ende ja eh nur der Bürger.

Politiker die Dokumente mit dem Vermerk “(Vertraulich)” im Internet veröffentlichen, machen sich bestimmt keine Gedanken über zu hohe Kosten, die sie an den (angeblichen) Souverän durchreichen.

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Thema: Korinthenkacker, Politik

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