Daily Archives: 1. November 2009

Quelle & Co. vs. Internet

Von Amazon kennen wir es schon:

  • “Was kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?”
  • “Wird oft zusammen gekauft”
  • “Passendes Zubehör zu diesem Artikel”
  • “Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch”

Im Shop von OTTO (otto.de) gibt es etwas ähnliches:
otto empfehlung 1otto empfehlung 2
otto empfehlung 4
Aber zu welchem Produkt könnte das eine Empfehlung sein?
Auf dieses Produkt wäre ich jetzt nicht gekommen… ;O)

Und was haben Nass-/Trockenrasierer, Stabmixer-Set, Fußmatte, Jeans-Hose, Oberarm-Blutdruckmessgerät, Plasma-TV, Bügel-BH und Allesschneider gemein?


Worauf will ich hinaus? Die alten Versender, die mit ihren dicken Katalogen Mutti beglückten, haben in der pre-Internet-Zeit gutes Geld verdient, aber die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Es reicht natürlich nicht aus, dem Besucher einer Website einfach irgendwelche Produkte vor die Füße zu werfen, in der Hoffnung, er wird sie schon kaufen.

Im Shop von Neckermann (neckermann.de) sieht es zwar etwas besser aus, aber die Produkte die unter “Kombinierbar mit” verlinkt sind, sind häufig “ausverkauft”. Naja, auch nicht so wirklich sinnvoll, dem Kunden erst zu sagen “Hier gibt es noch etwas passendes!” und dann ist es nicht lieferbar.

Ich hätte ja gerne noch den Shop von Quelle besucht, um mir die “Ausgewählte(n) Preis-Knaller!” anzuschauen, aber über die Startseite kam ich nicht hinaus. Es war abzusehen, dass die Quelle-Server den Ansturm der Schnäppchenjäger (man könnte auch Aasgeier sagen) nicht bewältigen werden.

Zwar hatten die Techniker des Unternehmens nach eigener Erklärung extra für zusätzliche Serverkapazität gesorgt, doch kaum war das Rennen auf die Restbestände um 6 Uhr eröffnet, kam der Netzwerkverkehr mit dem Quelle-Webshop auch schon zum Erliegen.

Quelle: heise.de

Ich nehme mal an, dass man bei den “Preis-Knaller(n)” von Quelle ähnliches erleben wird wie bei den anderen alten Versendet. Da nehme ich mir mal ein Produkt heraus: “Samsung PS50B430″ ein Plasma-Fernseher.

  • Preis bei Quelle: 849,99 Euro (aus dem Google-Cache), wenn es auf den auch 10% Rabatt gibt, so sollte er nun 764,99 Euro kosten.
  • OTTO meint “bei uns nur € 849,90“.
  • Und die Neckermänner “jetzt 849,00 € bis zu 150,00 € gespart”.

Wenn ich nun meinen Favoriten guenstiger.de anwerfe, so finde ich den gleichen Fernseher für 634 Euro.

Geiz ist nicht geil, aber bei dem Preisunterschied, wird wohl kaum jemand (ohne Rabatt) 215 Euro mehr ausgeben wollen.


Warum sollte ich bei den alten Katalogversendern bestellen?

  • Die Preise sind nicht gut, auch bei nicht technischen Produkten.
    (Levis 501 / Neckermann 90,90 Euro inkl. Versandkosten, OTTO 99,95 Euro zzgl. Versandkosten und in einem beliebigen Shop den ich per Google finde, zwischen 70 Euro und 90 Euro inkl. Versandkosten.)
  • Kaum/keine oder fehlerhafte Verknüpfung mit passenden weiteren Produkten, die auch gerne mal “ausverkauft” sind.
  • Lieferzeiten z.T. eher verwirrend “sofort lieferbar innerhalb 3 Wochen”.
    (Na watt denn nu?)



Von Amazon könnten sich die alten Versender eine Scheibe abschneiden. Amazon versteht es, meiner Meinung nach, so gut wie kaum ein anderer Shop, den Kunden relevante Infos zu Produkten anzubieten und die Preise klammern sich nicht am UVP der Hersteller.

Sollten die alten Katalogdrucker nicht kurzfristig auf das Internetzeitalter reagieren und umschalten, so wird ihnen sehr wahrscheinlich ein ähnliches Schicksal wie Quelle ereilen. Leider haben die, die die Folgen von Missmanagement auszubaden haben, kaum Einfluss auf eine Modernisierung.




Kleines Datenleck: Rahmenvereinbarung zwischen Brother und Parteien

Beim Austesten von Google bin ich mal wieder, über einen kleinen Umweg, auf etwas gestoßen, was wohl nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist.

Der Druckerhersteller Brother bietet Parteien Rahmenverträge an, die den Mitgliedern Rabatte einräumen, die je nach Produkt zwischen 19,55% und 60,65% liegen. Wow! Naja, nicht ganz. Diese hohen Rabatte würden sich nur ergeben, wenn man die in dem Dokument enthaltenen unverbindliche Preisempfehlungen heranziehen würde, aber auf dem freien Markt, zahlt wohl kaum jemand den UVP.

Die Parteimitglieder fühlen sich bestimmt gebauchpinselt, dass sie von Brother so hohe Rabatte erhalten. Die Preisliste für “GERÄTE” habe ich mir etwas genauer angeschaut, wobei ich feststellen konnte, dass die Kunden mit Rahmenvertrag bis zu 138% zu viel für ein Produkt bezahlen würden, wenn sie nicht die üblichen Marktpreise kennen, bzw. über Preissuchmaschinen heraussuchen.

In der einen Preisliste sind 97 Produkte enthalten. Bei 59 Produkten muss der RV-Kunde zwischen 0,35% und 138,16% mehr bezahlen, als bei dem günstigsten Händler, den er per Preissuchmaschine findet. Nur bei 38 Produkten kann er zwischen 0,26% und 13,86% sparen.

  • Drucker
    Parteimitglieds-Aufschlag: bis zu 45,78%
    echte Ersparnis: bis zu 13,86%
  • Multifunktionsdrucker (Kopierer, Drucker & Scanner)
    Parteimitglieds-Aufschlag: bis zu 32,73%
    echte Ersparnis: bis zu 4,69%
  • Faxgeräte
    Parteimitglieds-Aufschlag: bis zu 92,49%
    echte Ersparnis: bis zu 11,42%
  • Multifunktionscenter (Kopierer, Drucker, Fax & Scanner)
    Parteimitglieds-Aufschlag: bis zu 34,02%
    echte Ersparnis: bis zu 9,70%
  • Elektronische Beschriftungsgeräte
    Parteimitglieds-Aufschlag: bis zu 138,16%
    echte Ersparnis: bis zu 4,55%

Als RV-Kunde würde ich diese Preisgestaltung von Brother irgendwie nicht gut finden – aber ich benutze auch das Internet. Man könnte auf die Idee kommen, dass da jemand von Brother meint: da Politiker eh kaum das Internet benutzen und unbesehen das glauben was ihnen Firmen erzählen, und überhaupt, bezahlen muss es am Ende ja eh nur der Bürger.

Politiker die Dokumente mit dem Vermerk “(Vertraulich)” im Internet veröffentlichen, machen sich bestimmt keine Gedanken über zu hohe Kosten, die sie an den (angeblichen) Souverän durchreichen.