Google schmeißt Qualitätsmedien aus dem Index
Montag, 6. Juli 2009, 15:08 Uhr | Autor: ich
Am vergangenen Dienstag war die Bundeswehr auf Werbetour in Karlsruhe:
“Spaß & Action… „KinoTruck“ bietet hautnah realistische 3D-Perspektiven aus dem militärischen Alltag und den Einsätzen. (…) Unser Flugsimulator verfügt über moderne Technik und nimmt Sie mit auf eine actiongeladene Reise.”
Quelle: mil.bundeswehr-karriere.de
Mit dabei in Karlsruhe war neben dem “KinoTruck” und einem Transportpanzer “Fuchs” – auch die Polizei. Warum eigentlich Polizei? Muß die Bundeswehr vor den Bürgern geschützt werden?
(Im Video spricht Jörg Rupp auch kurz über seinen Polizeikontakt.)
Wenn man sich die Polizisten in dem Video anschaut, so sieht man, dass sie nicht mit irgendwelchen gewalttätigen Ausschreitungen gerechnet hat, sonst wären wohl auch Helme und Schilde an die Beamten ausgegeben worden. Also warum waren sie da?
Der Zweck des Polizeieinsatzes war wohl eher Einschüchterung der Bürger, damit diese nicht an dem Flashmob teilnehmen – was auch Jörg Rupp (Bundestagskandidat der Grünen) in seinem Blog vermutet:
“Flashmob leidet unter massivem Polizeieinsatz” (joergrupp.de)
Auf diesen Polizeieinsatz wies auch Jörg Tauss in einer Debatte am 3. Juli hin:
Es ist kaum zu glauben, dass die Bundeswehr sich selber mit “Spaß & Action” in Verbindung bringt, diese Wortwahl würde ich eher in ein ziviles Marketinghirn verorten. Da soll keiner mehr von Krieg in Afghanistan sprechen, dass ist ab sofort “Spaß & Action”… Muß man den Amis denn jeden Mist nachmachen?
Dazu gab es dann auch einen kleinen Artikel:
“Umfrage: Darf die Bundeswehr für sich als “Spaßverein” werben?” (ka-news.de)
Sehr treffend beschreibt der Kommentator “Freidenkender” auch meinen Gedankengang zu dem was die Bundeswehr dort veranstaltet:
U.S.A.? – Stichwort KILLERSPIELE
Freidenkender
am 02.07.2009 01:19Derartige Tendenz erinnert ja schon fast an die noch perfidere Akquise der vereinigten Staaten, die 16jährige in Elendsvierteln auf Wal Mart-Parkplätzen abfangen und mit Gehalt und Unterkunft werben….
Nein. So darf einfach nicht geworben werden. Die Bundeswehr ist eine Armee und hat auch als solche eine moralische Wertverpflichtung. Jugendliche dürfen doch nicht den Eindruck gewinnen, dass militärische Konflikte, Kriege, Spaß machen!
Das steht außerdem im Kontrast zu den in vielen Auslandseinsätzen gestorbenen deutschen Soldaten und ist als äußert PIETÄTLOS anzusehen.Es wird so ein Aufhebens um (im Volksmund durch die Medien) “Killerspiele” gemacht, aber wieso wird hier nicht protestiert? Krieg ist kein Spiel! Und kein Actionfilm!
Nicht nur das die Bundeswehr eine… sehr eigenwillige Art von… Werbung betreibt, auch der Polizeieinsatz in Karlsruhe war sehr zweifelhaft, der offensichtlich nur der Einschüchterung der Bürger dienen sollte.
Und? Was schreiben die “Qualitätsmedien”?
“flashmob bundeswehr” (news.google.de)
“Ergebnisse 1 – 3 von ungefähr 4 für “flashmob bundeswehr”"
“karlsruhe flashmob” (news.google.de)
“Ergebnisse 1 – 7 von ungefähr 8 für “karlsruhe flashmob”"
Ausser ka-news.de ist keine Zeitung, Zeitschrift oder Newsseite zu finden, die über diesen Vorgang berichtet:
““Flashmob”: “Sterben” für die Bundeswehr?” (ka-news.de)
Ja, ok, das ist eher schlechte PR für die etablierten Politiker, verstehe, schon klar, da berichtet es sich doch viel einfacher wenn die Propaganda direkt von der Junta (™ by fefe) kommt:
“bundestagswahl anschlag” (news.google.de)
“Ergebnisse 1 – 94 von ungefähr 284 für “bundestagswahl anschlag”"
“WELT ONLINE”, “FR-online.de”, “Bild.de”, “FOCUS Online”, “sueddeutsche.de”, “Spiegel Online”, etc.
Um fair zu bleiben, in der FR-online.de gibt es auch etwas kritisches dazu zu lesen:
“Liebe Terroristen!“
So sieht “Qualitätsjournalismus” der “Qualitätsmedien” in Deutschland aus – nur darüber berichten was von höchster Stelle abgesegnet wurde, unabhängig vom Wahrheitsgehalt.
Aber brauche ich die “Qualitätsmedien” wirklich, um mich zu informieren?
- “Die Polizei und ein Flashmob in Karlsruhe” (blog.windfluechter.net)
- “Polizei schüchtert Flashmob-Teilnehmer ein” (blogaoke.blogspot.com)
- “Terrormobs” (dieweltwieichsiesehe.wordpress.com)
- “Bundeswehrbeschönigungsaktion mit übertriebenem Polizeieinsatz” (neosublimation.blogspot.com)
- “KA: Flashmob gegen Bundeswehr-Karriere-Truck” (de.indymedia.org)
- “Tote wegen Bundeswehr-Karriere-Truck” (jan-haehnel.de)
- “Der Polizeistaat kommt unaufhaltsam” (schrozberg.blogspot.com)
- etc. etc.
Würde Google die “Qualitätsmedien” aus dem Index werfen, so würde ich es wahrscheinlich nicht einmal mitbekommen. :O)






