Beiträge vom 13. April 2009

wikileaks.de wurde nicht gesperrt

Montag, 13. April 2009, 13:52 Uhr | Autor:

Im Heise-Forum wird sich darüber beschwert das die Falschmeldung “Deutsche Wikileaks-Domain gesperrt” nicht korrigiert wird?!

Warum sollte Heise das tun? “Deutsche Wikileaks-Domain vom Hoster an die DENIC zurückgegeben” wäre keine Meldung, die DAUs anzieht um sich über Politiker, Polizei, Richter und nicht zuletzt die DENIC selber, die leeren Köpfe heiß zu reden.

An vielen Stellen wird Heise zitiert, nach dem Motto – “Heise hat es geschrieben, dann muß es stimmen!”

Wann wurde der Heise Verlag vom Axel Springer Verlag übernommen?

Mein gestriger Eintrag zu der angeblichen Sperre…


Update – 16:54 Uhr:
Auch mehr als 2 Stunden nachdem Heise zugeben mußte, mit der oben erwähnten Meldung, ungeprüft Propaganda von Wikileaks verbreitet zu haben “Wikileaks.de: Denic wehrt sich gegen Sperr-Vorwurf” (heise.de) wurde die Falschmeldung weder berichtigt, noch auf die neue Meldung hingewiesen. Heise versucht offensichtlich weiterhin an der Falschmeldung festzuhalten – der vermeintliche Skandal bringt natürlich mehr Klicks. Sind die IVW-Zahlen von Heise so schlecht, dass die so etwas nötig haben?

Schon wie die ersten Meldungen auftauchten, dass nach der Eingabe der Domain die “TRANSIT-Informationsseite” der DENIC angezeigt wird, war klar das hier nicht gesperrt wurde… Qualitätsjournalismus 2.0… wieder eine zitierfähige Quelle weniger.

Der alte Provider hat sich auch zu Wort gemeldet. Hier “DIE AUFKLÄRUNG: WAS WAR MIT WIKILEAKS.DE LOS?” (netzpolitik.org) findet man ein PDF von ihm.


Update – 17:42 Uhr:
Annika Kremer von gulli schreibt sehr treffend in “WIKILEAKS.DE -Neue Stellungnahmen” (gulli.com):

Bei aller Kritik jedoch darf man eines nicht vergessen: In letzter Zeit ist viel passiert, auch und gerade rund um Wikileaks. Die Hausdurchsuchung, das Vorgehen gegen Blogger wegen indirekter Verlinkung – das alles war real, kein Fehlalarm. Und so ist die Panik, fast schon Paranoia, die angesichts dieses Vorfalls viele Internetnutzer ergriff, doch mehr als nur der Ausdruck einer feiertäglichen Überreaktion: Sie zeigt auch, wie sehr die jüngsten Vorfälle viele Menschen verunsichert haben, wie wenig Vertrauen in die Behörden offenbar noch da ist. Und das sollte einem mehr zu denken geben als der Vorfall als solcher.

Thema: Medien | Kommentare geschlossen