monstermäßig dumm!
Dienstag, 27. Januar 2009, 16:31 Uhr | Autor: ich
Die Monster schrieben am 23. Januar hier http://hilfe.monster.de/besafe/jobseeker/:
Wie viele Unternehmen, die mit umfangreichen Datenbanken und sensiblen Nutzerinformationen arbeiten, ist Monster zur Zielscheibe von Angriffen aus dem Internet geworden. Wie wir vor kurzem erfahren haben, wurde auf unsere Datenbank rechtswidrig zugegriffen und bestimmte Kontakt- und Benutzerkontendaten wurden entnommen; einschliesslich
- Monster Nutzer-IDs und
- Passwörter,
- E-Mail Adressen,
- Namen,
- Telefonnummern und einigen
- demographischen Daten.
Die Informationen, auf die zugegriffen wurden, beinhalten keine Lebensläufe. Monster sammelt generell keine sensiblen Daten wie zum Beispiel Sozialversicherungsnummern oder Angaben über persönliche Finanzdaten.
Passworte sind also “keine sensiblen Daten”?! Nun gut, da kann man anderer Ansicht sein.
Unmittelbar nachdem der Datenangriff erfolgte, hat Monster eine Untersuchung eingeleitet und Abhilfemassnahmen ergriffen. Es ist wichtig zu wissen, dass wir unsere Datenbank fortwährend auf jegliche rechtswidrige Nutzung von Informationen hin überwachen und wir bisher keinen Datenmissbrauch festgestellt haben.
Den Datenmissbrauch werden wohl auch eher nur die User feststellen die böse E-Mails bekommen, weil sie die (angeblich) von ihnen auf eBay angebotenen und bereites bezahlten Artikel nicht liefern wollen.
Um die Sicherheit Ihrer Daten zu gewährleisten, werden Sie demnächst aufgefordert Ihr Passwort zu ändern, sobald Sie sich anmelden möchten.
Diese Meldung kann nur bedeuten das, entweder die Passworte im Klartext gespeichert werden oder zumindest nur eine sehr einfache Verschlüsselung verwendet wird.
Eine einfache Verschlüsselung wäre z.B. MD5 (de.wikipedia.org) ohne Salt (de.wikipedia.org).
Der MD5-Hash von monster = 8bf4e6addd72a9c4c4714708d2941528
Ein per MD5 verschlüsselte Zeichenfolge kann man nicht direkt wieder zurück konvertieren. Man kann nun Rainbow Tables (de.wikipedia.org) benutzen oder auch einfach nur eine Suchmaschine…
Sucht man nun nach diesem Hash, so bekommt man sofort Ergebnisse, die einem sagen daß das der Hash von monster ist.
Also, egal was die Monster da mit den Passworten gemacht bzw. unterlassen haben – auf jeden Fall war es wohl monstermäßig dumm, denn ansonsten würden sie kaum ihre User auffordern das Passwort neu zu vergeben.
Der Schutz Ihrer Daten hat hohe Priorität für Monster. Unsere neu gestaltete Webseite bietet Sicherheitsfunktionen zum Schutz Ihrer Daten. Wir arbeiten fortwährend daran, diese Sicherheit auch in Zukunft zu gewährleisten und möchten, dass Sie sich auf unseren Seiten sicher fühlen.
Also wenn das was ich da am Sonntag gesehen habe schon die neue WebSite sein soll, dann kann ich nur empfehlen es noch einmal zu probieren. Von Sicherheit kein Spur. Usereingaben landen zum Teil ungefiltert in der Datenbank, was dazu führt das man auch komisches Zeuch einbauen kann und mit etwas Geschick sollte es kein Problem sein anderen Usern etwas unterzuschieben womit man deren Zugangsdaten mitlesen kann. Wenn die DB-Queries dumm genug aufgebaut sind, dann könnte man sich evtl. mit dem richtigen komischen Zeuch auch einen Account basteln, der eigentlich nur Sysops vorbehalten ist. ;O)
Wir schätzen das Vertrauen, das Sie in Monster setzen und wir werden weiterhin Ihr kompetenter online Karrierepartner sein.
Weiterhin?!
“kompetenter .. Karrierepartner” – möglich, kann ich nicht beurteilen, da ich diese Seite noch nie benutzt habe. Aber – “kompetenter online Karrierepartner” – ganz sicher nicht. Denn was ich dort sehe genügt meinen Sicherheitsstandards definitiv nicht. Da würde ich keine persönlichen Daten hinterlassen wollen. Die unklare Passwortspeicherung ist für mich ein 100% Ausschlusskriterium. Auch wenn ich kein Passwort-Recycler bin, würde ich es nicht gut finden wenn Fremde in meinem Monster-Profil Änderungen vornehmen würden, mir einen neuen Lebenslauf verpassen oder sich in meinem Namen bei Firmen bewerben.
Laut The Independent sind von der Inkompetenz 4,5 Mio. User betroffen, das wären ziemlich genau die gesamten Einwohner Irlands – dies nur mal so als Größenordnung.
“Hackers steal details of 4.5 million job-seekers” (independent.co.uk)
Thema: Sicherheit | Ein Kommentar






