Beiträge vom 26. Januar 2009

Internet == Spiegelbild der realen Welt

Montag, 26. Januar 2009, 19:42 Uhr | Autor:

Kriminalbeamte: Sperren von Kinderporno-Seiten reicht nicht” (heise.de)

Die vom Bundesfamilienministerium geforderte Sperrung von Kinderporno-Seiten reicht nach Meinung des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) nicht aus. Sie würde lediglich eine trügerische Sicherheit vorgaukeln, sagte der BDK-Bundesvorsitzende Klaus Jansen heute im Deutschlandradio Kultur. Wer im Internet Kinderpornos finden wolle, werde dies auch weiterhin schaffen. Der Tatort Internet sei ganz anders als herkömmliche Tatorte und erfordere deshalb andere Möglichkeiten der Bekämpfung von Kriminalität.

Herr Jansen liegt damit zu 100% richtig, denn Menschen die sich Kinderpornografie reinziehen sind gestört, das sind kranke Menschen und die finden immer einen Weg ihren krankhaften Trieb zu befriedigen. Diese Menschen sind natürlich auch sehr gut vernetzt, was bedeutet, das sie in kürzester Zeit Wege finden weiterhin junge Menschen, trotz Sperren, zu verkonsumieren.

Bei solchen Forderungen muß ich an Hagen Rether (hagen-rether.de) denken – “Man weiß so wenig!” – bzw. wir wollen so wenig wissen wie möglich, vor allem wenn es etwas ist was wir nicht wissen wollen. Wir wollen einfach nicht hinsehen, wir wollen die reale Welt, die uns nicht gefällt, bitte aus unserem Alltag ausgeblendet haben.

Passend zum Thema Kinder ab ca. 4:45:

Man weiß ja so wenig. Mit 12 Jahren bist du in Asien zu alt zum Teppich knüpfen für IKEA weil deine Finger zu dick werden. Du darfst aber erst mit 14 bei Nike anfangen Turnschuhe zu kleben. Da entsteht ‘ne Versorgungslücke von 2 Jahren, die meistens durch Prostitution gestopft wird.

Es wird Generationen nach uns geben, die uns fragen werden warum wir nichts unternommen haben – genau so wie wir heute noch immer die Hitler-Generation fragen wie das damals geschehen konnte. Auch damals schon wusste man ganz genau warum man nicht wissen wollte…

Dafür brauchen wir Leute von den Universitäten, die direkt bei der Kriminalpolizei einsteigen; die IT so verstehen, wie diejenigen, die diese IT-Welt überhaupt konstruiert haben

Die wirklichen Versteher wird, so glaube ich, Herr Jansen kaum von der Uni bekommen. Jemand der z.B. Informatik studiert hat hat nicht zwingen wirklich Ahnung von dem Internet, ich habe ja schon des Öfteren darüber geschrieben, gestern bekam ich eine weitere Bestätigung für meine Beobachtungen:

die wenigen leute mit echtem sachverstand haben oft eine eher wissenschaftliche perspektive (vermutl. studierte informatiker) und erzählen gern + viel über design patterns, programmarchitekturen oder 3fach vererbten iterationsreferenzen im spezialfall inkonsistenter bit-optmierung und unter berücksichtigung des parserverhaltens bei nicht-unixoiden serveranomalien. herzlichen dank, ich arbeite in meinem “hauptberuf” selbst wissenschaftlich, aber das nimmt mir die freude an der programmierung – ehrlich.

Da hätte ich bestimmt auch keine Lust auf’s Programmieren… zum Glück bin ich kein Informatiker, weswegen mir das Coden und das Analysieren von Code und WebSites Spaß macht. :O)


Ich frage mich was Herr Jansen von den Uni-Menschen erwartet. Auch Praktiker, die das Internet gut kennen, werden kaum die Drahtzieher ausfindig machen können. Im Internet wird man sehr wahrscheinlich nur die technisch unerfahrenen Pädophilen identifizieren.

Bei diesem Thema scheint es mir so ähnlich wie mit illegalen Drogen zu laufen. So wie man den Drogenhandel nicht wirklich bekämpft und nur an den Symptomen rumdoktert, so werden auch die Produzenten von Kinderpornos nicht wirklich, in der realen Welt, bekämpft. Sehr wahrscheinlich weil mächtige Menschen selber ein Interesse an solchen kranken Dingen haben oder weil sie daran kräftig mitverdienen oder auch beides.


Wir leben in einer kranken Welt, die wir uns selber geschaffen haben und das Internet wird immer mehr zum Spiegelbild dessen was man in der realen Welt auch vorfindet.

Thema: Internet, Politik | Kommentare geschlossen