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SPIEGEL-Blog-Spott

Mittwoch, 23. Juli 2008, 12:59 Uhr | Autor:

Die Beta-Blogger” (SPIEGEL)

Was störts die deutsche Eiche wenn sich eine Sau dran schubbert.
… war mein erster Gedanke dazu. ;O)

Bin ich ein Blogger? Naja, irgendwie schon.
Bin ich ein Korinthenkacker? Ja, ganz sicher!
Will ich mit meinem Blog die Welt retten? Nein, nur etwas bunter machen. :O)
Bin ich ein Online-Journalist? Nein, sicher nicht.


An anderer Stelle wurde bereits über diesen SPIEGEL-Artikel geschrieben:

Beta-Journalisten und Beta-Blogger” (Der SPIEGELFECHTER)

In dem Artikel greifen die SPIEGEL-Autoren den SPIEGELFECHTER (Jens Berger) persönlich an und stellen die Frage in den Raum:

Aber woher wissen die Leser, ob der Autor wirklich so omnikompetent ist? Im Hauptberuf macht Berger Öffentlichkeitsarbeit für einen Wasserversorger.

Nur weil jemand hauptberuflich schreibt, also ein “echter” Journalist ist, heißt das noch lange nicht das die geschriebenen Artikel der Wahrheit entsprechen.

Da der SPIEGELFECHTER persönlich angegriffen/angezweifelt wurde ist seine Reaktion auf den SPIEGEL-Artikel nur zu verständlich, aber doch etwas überzogen – evtl. hätte er erstmal eine Nacht drüber schlafen sollen.

Auch lesenswert, wie ich finde:
Ich muss mich vielleicht korrigieren – Blogs scheinen doch zu funktionieren” (F!XMBR)


<polemik>
Der SPIEGEL braucht drei “echte” Journalisten um diese 3 Seiten, ohne die großen Bilder sind es nur 1 ¾ Seiten, mit Text zu füllen? Ein “echter” Blogger macht das zwischen dem zweiten und dritten Kaffee – und das ganz alleine!
</polemik>

Wenn der Artikel in der BILD erschienen wäre, dann hätte wahrscheinlich fast niemand darauf reagiert, weil… ist eben die BILD. Aber wenn so etwas in der “BILD der Intellektuellen” erscheint, dann fühlt sich die Bloggosphäre doch angegriffen, vor allem die A-Blogger – schon seltsam.


Warum die Blogger in den etablierten Medien nicht ernst genommen werden?
Ganz klar, da schreiben Leute, öffentlich, oft ohne ein passendes Studium, also ohne eine branchenüblich anerkannte Qualifikation und jeder kann es kostenlos lesen?! Was nichts kostet, taugt auch nichts!? Und, die Blogger fischen sozusagen in dem großen Teich in dem die “echten” Journalisten ihre Brötchen verdienen müssen. Eine gedruckte Zeitung oder auch der Online-Ableger hat natürlich einen enormen Geldbedarf und wenn dann jemand daherkommt und alles für Lau anbietet… das mag man dort nicht. Ist doch auch nicht verwunderlich – auch “echte” Journalisten sind nur Menschen.

Da schreibt ein A-Blogger “Warum Blogs in Deutschland (noch) nicht funktionieren“!? Warum funktionieren? Ein Blog “funktioniert” also nur wenn man damit direkt Geld verdient? Ich glaube nicht daß das Geld verdienen ein Idikator dafür ist ob ein Blog “funktioniert” oder nicht. Ein Blog funktioniert dann wenn er Leser hat, unabhängig vom Geld. Wenn ein Blogger primär danach schaut wie er Geld verdienen kann, wie er möglichst viele viele Leser bekommt, um der Werbebranche eine gute Plattform anbieten zu können, dann ist es kein Blog mehr, sondern eine ganz normale Zeitung, dessen CMS zufällig eine Blogsoftware ist.

Darf man mit einem Blog Geld verdienen? Ja, natürlich! Aber man sollte sich nicht dem Diktat der Werbebranche unterwerfen und nur über Themen schreiben die viele Besucher anlocken.


Sind Blogger Mimosen? Ja, einige sicher. Ein “echter” Journalist muß täglich mit Kritik umgehen, vom Chef, vom Kollegen, von der Konkurrenz, von Menschen mit Fachwissen, von Menschen ohne jegliches Wissen, irgendwie von allen.

Wie es in Deutschland Millionen Fußball-Bundestrainer gibt, so gibt es auch Millionen Chefredakteure – das sollten die Blogger nicht vergessen. ;O)

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Inflation der Page Impressions und die Qualität leidet

Montag, 21. Juli 2008, 14:24 Uhr | Autor:

Klickdoping mit 16 Buchstaben” (stefan-niggemeier.de)

In dem Beitrag geht es darum das viele WebSites ihre Page Impressions mit dubiosen Methoden nach oben treiben, um Reichweite/Leserschaft/Qualität(?) vorzutäuschen.

Leider weiß ich nicht wie man feststellen kann wann eine IVW-Zählung erfolgt ist und wann nicht. Wenn das was Herr Niggemeier z.B. über die Sudokus schreibt stimmt, das die Eingabe jeder Zahl in dem Rätsel einen PI auslöst, dann ist dies “Keine wesentliche Veränderung” im Sinne der IVW-Richtlinie und sollte somit nicht gezählt werden.

Anlage 1 “Definitionen und technische Erläuterung” zu den IVW-Richtlinien für Online-Angebote” (PDF)

1.4 PageImpression (PI)
(…)
Als nutzerinduziert ist jede Aktion eines Nutzers zu verstehen, die darauf ausgerichtet ist, eine Seite anzufordern, mit der Erwartung, eine wesentliche Veränderung des Seiteninhaltes zu bewirken.
(…)
Keine wesentliche Veränderung

  • Änderungen der Seite beim Überfahren mit der Maus (Mouseover)
  • Das Verschieben von Bildschirminhalten mittels Maus oder Tastatur
  • Eingabe einzelner Zeichen, wobei die Contentänderung darin besteht, die eingegebenen Zeichen darzustellen
  • Das Auswählen von Bildschirminhalten mittels Maus oder Tastatur (z.B. Selectbox)
  • Das Scrollen mittels Maus oder Tastatur innerhalb einer Seite
  • Die Änderung der Farbe (Text, Bild, Hintergrund u.s.w.) einer Seite
  • Die Änderung des Layouts einer Seite, ohne den Content zu ändern



In der aktuellen Internet World Business (15/2008, Seite 6) ist ein schöner Kommentar des Chefredakteurs, Dominik Grollmann, der, evtl. weil selber aus der Print-Branche kommend, auch etwas auf die PIs eindrescht und dies, wie ich finde, zu Recht.

… die Medien haben sich längst dem Diktat der Page Impressions gebeugt. Was Klicks bringt, ist erlaubt, wird gefordert, ja sogar erzwungen. Das erste Opfer ist die Übersichtlichkeit, sowohl thematisch als auch gestalterisch. Wenn’s um Klicks geht, ist Übersicht kontraproduktiv. Also lieber eine Bildergalerie basteln oder den Leser wenigstens durch zwei Bildschirmseiten Text quälen, bevor es zur Information geht. Die Überbewertung der PIs beeinflusst aber nicht nur Inhalt und Aussehen der Webangebote, sie hilft auch nicht besonders gut, den Werbewert einer Site zu bemessen. Es ist, als würden bei einer Zeitung nicht die Leser, sondern die Seiten, die umgeblättert werden, gezählt. Eine nutzlose Größe. Werbetreibende wollen aufmerksamkeitsstarke Angebote, Zielgruppengenauigkeit und Reichweite. Doch darüber sagen die PIs wenig aus.



Das größte Ärgernis für mich an dem PI-Wahn ist, wenn der Content, nur um mehr Klicks und PIs zu erzeugen, zerfleddert wird und ich als Konsument als Klick-Vieh mißbraucht werde.

Thema: Internet, IWB, Reklame | Kommentare geschlossen