Inflation der Page Impressions und die Qualität leidet
Montag, 21. Juli 2008, 14:24 Uhr | Autor: ich
“Klickdoping mit 16 Buchstaben” (stefan-niggemeier.de)
In dem Beitrag geht es darum das viele WebSites ihre Page Impressions mit dubiosen Methoden nach oben treiben, um Reichweite/Leserschaft/Qualität(?) vorzutäuschen.
Leider weiß ich nicht wie man feststellen kann wann eine IVW-Zählung erfolgt ist und wann nicht. Wenn das was Herr Niggemeier z.B. über die Sudokus schreibt stimmt, das die Eingabe jeder Zahl in dem Rätsel einen PI auslöst, dann ist dies “Keine wesentliche Veränderung” im Sinne der IVW-Richtlinie und sollte somit nicht gezählt werden.
“Anlage 1 “Definitionen und technische Erläuterung” zu den IVW-Richtlinien für Online-Angebote” (PDF)
1.4 PageImpression (PI)
(…)
Als nutzerinduziert ist jede Aktion eines Nutzers zu verstehen, die darauf ausgerichtet ist, eine Seite anzufordern, mit der Erwartung, eine wesentliche Veränderung des Seiteninhaltes zu bewirken.
(…)
Keine wesentliche Veränderung
- Änderungen der Seite beim Überfahren mit der Maus (Mouseover)
- Das Verschieben von Bildschirminhalten mittels Maus oder Tastatur
- Eingabe einzelner Zeichen, wobei die Contentänderung darin besteht, die eingegebenen Zeichen darzustellen
- Das Auswählen von Bildschirminhalten mittels Maus oder Tastatur (z.B. Selectbox)
- Das Scrollen mittels Maus oder Tastatur innerhalb einer Seite
- Die Änderung der Farbe (Text, Bild, Hintergrund u.s.w.) einer Seite
- Die Änderung des Layouts einer Seite, ohne den Content zu ändern
In der aktuellen Internet World Business (15/2008, Seite 6) ist ein schöner Kommentar des Chefredakteurs, Dominik Grollmann, der, evtl. weil selber aus der Print-Branche kommend, auch etwas auf die PIs eindrescht und dies, wie ich finde, zu Recht.
… die Medien haben sich längst dem Diktat der Page Impressions gebeugt. Was Klicks bringt, ist erlaubt, wird gefordert, ja sogar erzwungen. Das erste Opfer ist die Übersichtlichkeit, sowohl thematisch als auch gestalterisch. Wenn’s um Klicks geht, ist Übersicht kontraproduktiv. Also lieber eine Bildergalerie basteln oder den Leser wenigstens durch zwei Bildschirmseiten Text quälen, bevor es zur Information geht. Die Überbewertung der PIs beeinflusst aber nicht nur Inhalt und Aussehen der Webangebote, sie hilft auch nicht besonders gut, den Werbewert einer Site zu bemessen. Es ist, als würden bei einer Zeitung nicht die Leser, sondern die Seiten, die umgeblättert werden, gezählt. Eine nutzlose Größe. Werbetreibende wollen aufmerksamkeitsstarke Angebote, Zielgruppengenauigkeit und Reichweite. Doch darüber sagen die PIs wenig aus.
Das größte Ärgernis für mich an dem PI-Wahn ist, wenn der Content, nur um mehr Klicks und PIs zu erzeugen, zerfleddert wird und ich als Konsument als Klick-Vieh mißbraucht werde.






