Frust über Volkstreter

Sonntag, 29. Juni 2008, 14:57 Uhr |  Autor:

“Gegen Politikfrust und Vorurteile: Bundestagsmobil auf Tour” (heise.de)

Im letzten Jahr wurden 1,3 Mio. Euro für diese Propaganda bezahlt und zwar von den Geschädigten selber!


Da lecken aus einzelnen Kommunen erst persönliche Daten ins Internet, was angeblich nur 500.000 Bürger betraf und dann kommt der Schäuble und will das gleich alle persönlichen Daten, von allen Bürgern, zentral gespeichert werden – damit nicht nur 500.000 Datensätze ins Internet gelangen. Und als ob das noch nicht ausreicht, kommt noch die ELENA-KnebelCard (Sozialleistungen gibts nur noch mit ELENA – Geld gegen Daten) und die Lieferung persönliche Daten aller EU-Bürger an die Amis.

Da behauptet der PoFalla das die CDU öko wäre, weil sie für Atomstrom sind („Kernkraft ist für die CDU Öko-Energie“, faz.net, ich fass es net) und gleichzeitig wird bekannt das in einem Atommüll-Versuchslager oder auch “Illegales Endlager” wie die taz meint, radioaktiv kontaminiertes Wasser ausläuft und evtl. auch ins Grundwasser (?) gelangt.


Diese Meldungen waren zeitlich nun so dicht beieinander das man die Äußerungen von Schäuble und PoFalla kaum glauben kann. Für wie blöd halten die uns? Ach so, ja, ist ja Fußball-EM und die Deutschen Buben sind heute im Endspiel. Da merkt kaum einer was in der Politik abgeht und wie wir beschissen werden.

Die Euros müssen noch gedruckt werden, bis ich den Volkstretern vertraue.

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Thema: Politik, Sicherheit

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3 Kommentare

  1. na willkommen im club:

    “Studie: Starker Vertrauensverlust in die Demokratie”
    http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDENEI93922820080629

  2. Inhaltlich bin ich einverstanden, aber: “bis ich den Volkstretern vertraue”? Das sind doch keine transzendenten Gestalten. Das sind doch wir.
    Um den Einfluss von einzelnen gering zu halten schafft man sich diese Sruktur. Das mag zu inhaltlichem Schwachsinn führen – aber mit der ‘die da oben’-Perspektive ist es dann vorbei.

  3. Die Volkstreter sollten vielleicht “wir” sein, aber es ist leider nicht so.

    Ich würde niemals behaupten das mein Tun allen dient oder zumindest der breiten Masse der Bevölkerung, aber die Volkstreter behaupten dies von sich und ihrem Tun unentwegt.

    Ich gehe mal davon aus das die meisten Politiker ihre Karriere beginnen um wirklich im Land etwas zum Wohle aller zu verändern. Dies mag von mir blauäugig sein, aber ich glaube erstmal an das Gute im Menschen, wobei – Gut und Böse, anderes Thema, denn es gibt nicht nur das eine oder das andere.

    Aber um in der Politik wirklich etwas verändern zu können, muß man schon recht weit oben in der Hierarchie stehen. Um an diese Position der Macht zu gelangen, muß der Politiker, so behaupte ich mal, korrupt sein. Wobei diese Korruption schon früh im Kleinen beginnt.

    Da ist der Onkel eines Freundes der mit seinem Baugeschäft kurz vor der Pleite steht und dringend einen Auftrag braucht. Der Politiker hilft und der Freund merkt sich dies. Bei der nächsten Gelegenheit, zum Beispiel einer Kommunalwahl, spended der Politiker-Freund einige Euros der Partei seines Freundes.

    Manche mögen sagen, dies ist nur eine Gefälligkeit des Politikers, ich sage, hier fängt bereits die Korruption an. Von Brauchitsch hat mal den Begriff der “politischen Landschaftspflege” gebraucht, er bezeichnete damit die Spenden der Wirtschaft an die politischen Parteien.

    Wenn ein Politiker dann, nach vielen Jahren, an den Schaltstellen der Macht steht und wirklich etwas für die Bevölkerung tun könnte, dann sind ihm die Hände gebunden. Er weiß nämlich ganz genau, wenn er in dieser Position etwas gegen den Raubtierkapitalismus unternäme, dann wäre er seinen Posten ganz schnell wieder los – aber der gemeine Volkstreter hängt an der Macht. (gemein = Eine Eigenschaft, die mehrere Menschen gemeinsam besitzen.)

    Politiker sind auch nur Menschen, mit Fehlern und Schwächen wie wir alle. Aber, ein Politiker hat eine ganz besondere Verantwortung, er soll das Volk vertreten und zum Wohle der Mehrheit handeln. Dieses Ideal gab es in Deutschland evtl. mal in den 50ern und 60ern des letzten Jahrhunderts. Viele Politiker sind einfach vom Charakter her nicht geeignet, das Volk zu vertreten. Heute ist es auch so das jemand aus der Wirtschaft in die Politik wechselt, dort Verbindungen aufbaut, natürlich weiterhin vom Unternehmen bezahlt wird und dann später wieder zurück geht, um dort seine politischen Kontakte zum Wohle des Unternehmens zu nutzen.

    Wenn ein Wirtschaftsboss einen Politiker trifft, mag dies evtl sogar privater Natur sein, der Wirtschaftsboss klagt dem Politiker sein Leid, zu hohe Steuern, zu hohe Umweltschutzauflagen, etc., etc. Der Wirtschaftsboss betreibt Lobbyarbeit, das ist ganz natürlich, das ist nicht verwerflich, auch ein Wirtschaftsboss ist nur ein Mensch und er will das Beste für sein Unternehmen. Aber, der Politiker, wenn er ein Volksvertreter sein will, muß hier natürlich immer das Wohl der Bevölkerung im Sinn haben, er muß auch Lobbyarbeit leisten und zwar in die andere Richtung, für die Bevölkerung.

    Leider sehe ich seit Jahrzehnten keinen Politiker mit Charisma, Kraft und Souveränität um, an hohen Stellen der Macht, ein echter Volksvertreter zu sein.