Naive Behörden und (möglicher) Wahlbetrug
Dienstag, 29. Januar 2008, 1:22 Uhr | Autor: ich
japanische Finanzaufsichtsbehörde
Die Finanzaufsichtsbehörde betreibt seit April letzten Jahres eine WebSite auf der Investoren ihre Beteiligungskäufe veröffentlichen sollen, sofern die Beteiligung fünf Prozent des Kapitals eines börsennotierten Unternehmens überschreiten.
japanischer Gelegenheitsarbeiter
Der Geschäftsführer der Teramento Corporation leitet zwar ein Unternehmen lebt aber von Gelegenheitsjobs.
Es ist Freitag, bald Feierabend, was macht man da? Noch ein bischen auf der Finanzaufsichtsbehörden-WebSite rumsurfen und schauen was man darauf so machen kann. Unser Gelegenheitsarbeiter denkt sich “Wäre es nicht schön reich zu sein um sich an großen Unternehmen beteiligen zu können? Bisl Sony kaufen, nur 51 Prozent, man will ja nicht unverschämt erscheinen, etwas Toyota und Mitsubishi und noch ein paar andere bekannte Firmen.” Gedacht, getan! Er denk sich noch “Wird das jetzt veröffentlicht? Ach nee, kann nicht sein, die werden das löschen. Wenn es nicht geprüft würde dann könnte man den Markt mit falschen Meldungen manipulieren. So, nu’ aber, Wochenende.”
Unser Gelegenheitsarbeiter hat mal eben so getan als ob er reich wäre und für 126,6 Milliarden Euro Beteiligungen an großen Firmen erworben bzw. auf der WebSite nur geschrieben das er dies getan hätte. Er konnte natürlich nicht ahnen das all seine Eingaben auf der WebSite der Finanzaufsichtsbehörde ungeprüft veröffentlicht werden und er in Sekunden zu einem der reichsten Männer der Welt aufsteigen würde.
“Wirbel um Fehlmeldung in Japan” (FAZ)
Der Gelegenheitsarbeiter:
Er habe nicht gewusst, dass seine auf der Seite der Finanzaufsicht gemachte Erklärung auch veröffentlicht werde.
Die Finanzaufsichtsbehörde:
Wir haben nicht gedacht, dass irgend jemand oder irgend eine Firma dabei auch etwas Böses im Sinn haben könnte
Der Mann hatte nichts böses im Sinn, er hatte nur Langeweile.
Unser Gelegenheitsarbeiter erinnert mich an David Lightman aus War Games. Auch er hatte Langeweile, hackte sich in irgendwelche Computer und wollte eigentlich nur Computerspiele spielen. Das er dabei fast den 3. Weltkrieg auslöste war kein böser Wille, eher Zufall und die Folge von unsicheren Computersystemen.
Wer nun meint so naiv können nur japanische Behörden sein und bei uns wären Computer besser gesichert, der lese hier weiter: Schwerwiegende Wahlcomputer-Probleme bei der Hessenwahl – Wahleinsprüche und Nachwahlen erwartet
Neben massiver Behinderung der Wahlbeobachtung in mehreren Gemeinden kam es zu einer Reihe von Vorfällen, welche die Behauptungen des hessischen Innenministeriums über die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Wahlcomputer klar widerlegen. In mindestens einer Gemeinde wurden die Computer über Nacht in den Privatwohnungen von Parteimitgliedern gelagert. Dies sei “gängige Praxis”, bestätigten Mitarbeiter des Ordnungsamtes den Wahlbeobachtern. Alle neun Wahlcomputer der Gemeinde Niedernhausen seien privat gelagert worden.
Auch das hier ist lesenswert: Eine kleine Demokratur in Westeuropa…
In Obertshausen wurden interessierte Buerger vor dem Wahllokal, in dem sie den Aufbau der Wahlcomputer beobachten wollten, abgefangen, das Betreten des Wahllokals verweigert, ihre Personalien festgestellt, eine Anzeige wegen Stoerung der Wahl angekuendigt und der Hinweis auf die Paragraphen im Wahlgesetz zur Oeffentlichkeit der Wahl mit dem Spruch “Sie haben hier gar keine Rechte!” beantwortet. Dann wurden sie des Bannkreises um das Wahllokal verwiesen und von einem Ordnungsamtsmitarbeiter mit dem Auto bis zur Landkreisgrenze verfolgt.






