Teurer Spaß mit Bayerntrojaner

Samstag, 26. Januar 2008, 8:52 Uhr |  Autor:

Bayerntrojanerdokument vom CCC veröffentlicht:

1. Mietpreis der Skype-Capture-Software pro Monat und Maßnahme 3.500 €
2. Einmalige Installationskosten vor Ort für den Auf- und Abbau 2.500 €
3. Mietpreis der SSL-Dekodierung pro Monat und Maßnahme 2.500 €
4. Anmietung von zwei Proxyserverb zur Verschleierung der eigenen IP-Adresse Keine Angaben

[...]

Funktionen der Skype Capture-Unit

  • Live-Ausleitung der Voice
  • Live-Ausleitung des Chatverkehrs
  • Live-Ausleitung des Videoverkehrs
  • Live-Ausleitung der Dateiübertragung
  • SkypeIn
  • Skypecasts
  • SkypeSMS
  • Darstellung der Buddy-Liste
  • Komprimierte Datenübertragung
  • Verschlüsselte Datenübertragung
  • Streamingfähiger Mediaplayer
  • Verschleierung der Zieladresse des Recordingservers über Proxys
  • Zeitliche Begrenzung der Maßnahme (wird nach Ablauf automatisiert gelöscht)
  • Update unbemerkt über den normalen Datenstrom
  • Deinstallation jederzeit über den normalen Datenstrom
  • Skype-Capture Unit für die Betriebssysteme Windows 2000® und Windows XP®

[...]

Die Mindestmietdauer beträgt 3 Monate.

Damit kostet eine Maßnahme mindestens 20.500 €, welche von Polizei und Staatsanwaltschaft, also am Ende vom Bürger, aufgewendet werden muß.

Installation und Deinstallation kostet 2.500 € – wobei die Deinstallation automatisiert abläuft?! Tja, Behörden kann man jeden Dreck, zu fast jedem Preis verkaufen. Der Bösewicht benutzt einfach nicht Windows 2000 oder XP und schon sind die zwanzigeinhalb Mille für’n Schornstein. Bösewichte benutzen eh immer Linux, fracht ma’ Microsoft, die bestätigen das. ;O)

Und wer hat’s erfunden? Nicht die Schweizer, die Hessen warn’s: DigiTask

Ich hoffe die haben von Trojanerprogrammierung genausoviel Ahnung wie von JavaScript. ;O)

function onrightmouseclick(e) {
if(navigator.appName == ‘Netscape’ && (e.which == 3 || e.which == 2))
{
return false;
}
else if (navigator.appName == ‘Microsoft Internet Explorer’ && (event.button == 2 || event.button == 3))
{
alert(“Funktion not available – Copyright by DigiTask”);
return false;
}
return true;
}

document.onmousedown=onrightmouseclick;
if (document.layers)
window.captureEvents(Event.MOUSEDOWN);
window.onmousedown=onrightmouseclick;

Der Quellcode von denen ist nicht so spannend. Copyrightmäßig würde ich sagen, urheberrechtlich nicht schützenswürdig. Frames, kein valides HTML, sich wiederholende Hintergrundgrafiken, dort wo sie sich nicht wiederholen sollten, untaugliches JavaScript, statt einfach per CSS a:hover zu benutzen wird jeweils ein Flash (!!) benutzt, etc. etc. Und dafür “Copyright by DigiTask”? Joho sischer datt. Im Trojaner steht bestimmt auch irgendwo “DigiTask”, einfach mal Platte scannen. ;O)

Als Ihr fachkundiger Partner mit dem spezifischen Wissen in den Gebieten Web- und Printdesign, erstellen wir Ihnen die Webpräsenz, die Ihre Bedürfnisse gekonnt in ein modernes und innovatives Design umsetzt.

Pruuust… gnade… bitte… aufhören…

Das Webzeuch ist bestimmt nur Tarnung. :O)

Mehr dazu bei heise: “Kein Dementi aus Bayern zum Trojaner-Einsatz fürs VoIP-Abhören”

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Thema: Politik, Sicherheit

Kommentare und Pings sind geschlossen.

2 Kommentare

  1. Und wieder eine Firma für die Tribunal-Liste, ich sehe sie schon wieder weinen “….wir haben doch nur die Software entwickelt, wir wollten doch keinen in’s Zuchthaus bringen”.

    Geschichte wiederholt sich einfach zu oft.

    Gruß

    Steven

  2. Ich weiß jetzt nicht welche “Tribunal-Liste” du meinst, aber ich bin mir recht sicher das DigiTask kein Problem damit hat Software für die Polizei zu produzieren. Die entwickeln nur ein Werkzeug, was dann der Kunde / die Polizei damit anstellt ist denen sicher schnurz.