Beiträge vom 9. Dezember 2007

Das Merkel vs. Diplomatie

Sonntag, 9. Dezember 2007, 19:14 Uhr | Autor:

Erst Russland “Bundesregierung kritisiert Russland-Wahl” (ZEIT) und nun Afrika.

“Afrikanische Staaten drohen mit Boykott” (SZ)

Das Merkel: “Der jetzige Zustand von Simbabwe schadet dem Bild des neuen Afrikas” … Simbabwe sei Beispiel für ein Land, in dem wir “Zeuge von schlechter Regierungsführung und Missachtung von Menschenrechten werden müssen”, sagte Merkel vor mehr als 70 Staats- und Regierungschefs beider Kontinente. “Wir dürfen nicht wegschauen, wenn Menschenrechte mit Füßen getreten werden.”

Offen erbost reagierte der senegalesische Präsident Abdoulaye Wade. “Es ist nicht in Ordnung, ein Problem zwischen zwei Ländern zu einem Problem zwischen zwei Kontinenten zu machen” … “Wer kann heute sagen, dass die Menschenrechte in Simbabwe stärker verletzt werden als in anderen afrikanischen Ländern?”

Was macht das Merkel da? Warum hat sie sich grad den einen rausgepickt?

Sind die restlichen afrikanischen Staaten über Nacht zu blühenden Demokratien geworden, in denen die Menschenrechte geachtet werden? Wohl kaum!

Es geht primär um Handelsabkommen mit den afrikanischen Staaten, also um die Ausbeutung der Rohstoffe in Afrika – nicht um Menschenrechte. Da China z.Zt. sehr stark auf dem afrikanischen Kontinent Handel treibt, also alles kauft was brauchbar erscheint, hat Europa Angst vollständig abgehängt zu werden. Chinas Afrika-Politik ist wahrscheinlich auch der Grund dafür das Mugabe in die EU einreisen durfte und nach sieben Jahren wieder eine EU-Afrika-Konferenz stattfinden kann.

“Milliardenschwerer Rohstoffdeal” (Handelsblatt)

Der Kongo ist für die nächsten 30 Jahre an China verloren…

Ich glaube eher das Mugabe einer von denen ist die sich den, wahrscheinlich für die Afrikaner sehr ungünstigen Handels- und Wirtschaftbedingungen, nicht so einfach unterwerfen will.

Seien wir doch mal ehrlich – und ich meine das jetzt nicht zynisch – in Wirklichkeit interessieren sich die Staats- und Wirtschaftslenker der Ersten Welt keinen Deut um die Menschen in der Zweiten und Dritten Welt. Solange die Menschen dort noch in der Lage sind die Rohstoffe für uns abzubauen, um sie uns zu sehr geringen Kosten zu überlassen, ist uns der Rest doch egal. Der Strom kommt aus der Steckdose und das Öl aus der Pipeline oder dem Tanker – und gut ists.

“Ölstaaten brauchen ihre eigenen Vorräte auf” (SPON)

“Wird Öl bald noch viel teurer? Die wichtigsten Ölexporteure der Welt werden immer durstiger, Folge ihres wachsenden Wohlstandes. Schon bald müssen einige Ölnationen selbst den Rohstoff importieren – und der Westen muss anderswo nach neuen Reserven suchen.”

Die bösen Ölstaaten, die wollen ihre Rohstoffe für sich nutzen?! Deswegen haben wir kein echtes Interesse daran das der Wohlstand exportiert wird – aber das würde sich von den Staats- und Wirtschaftslenker keiner trauen auszusprechen.

Der Mensch ist noch immer ein mordlüsterndes Tier, das erst vor Kurzem aus der Höhle gekrabbelt ist und mit der technischen und gesellschaftlichen Entwicklung intellektuell nicht Schritt halten konnte. In den meisten Menschen steckt noch der Neandertaler, der nur seine Horde versorgen will ohne Rücksicht auf andere.

Wohlstand für alle funktioniert nicht – zumindest nicht in der Welt so wie sie jetzt gestrickt ist.

Thema: Politik, so Leute | Ein Kommentar