Beiträge vom 16. Juni 2007

Kunstvoller Müll

Samstag, 16. Juni 2007, 15:04 Uhr | Autor: ich

Rosenfeld-Klebestreifen
“Straßenreinigung beseitigt Documenta-Kunstwerk” (SPON)

Rosenfeld: “Ich bin persönlich wirklich verletzt. Es ist ein Akt der Gewalt und ich fühle mich missachtet.”

Beuys-Fettecke und Metzger-Altpapier
“Wenn Kunst in der Mülltüte landet” (FAZ)

Nur normale Menschen erkennen Müll als solchen. ;O)

Sowas funktioniert aber auch anders herum. Ich habe mal irgendwo gelesen (Zeitung, Zeitschrift, ich kann es leider im Netz nicht finden) das jemand in einem Museum ein Paar alte durchgelaufene Turnschuhe liegen gelassen hat und ein kleines Schildchen mit dem Titel des “Kunstwerks” platzierte. Das es sich dabei um keine Kunst handelte, wurde erst relativ spät festgestellt, nach vielen Aahs und Oohs… ;O)

“über Geschmack (oder Kunst) lässt sich nicht streiten” will sagen – es ist vergeblich, über Vorlieben, Stilgefühl oder ästhetische Empfindungen, eine Diskussion anzuzetteln, da persönliche/emotionale Fragen keinen sachlichen Argumenten zugänglich sind.

Ob etwas Kunst oder doch eher Müll ist, kann nur jeder für sich entscheiden.

Ich habe mal, wie ich noch als Schlosser gearbeitet habe, in einer Galerie Fenster repariert. Da unterhielten sich Besucher über die Gemälde und deuteten alles mögliche und unmöglich in die Werke. Versuchten zu ergründen was der Künstler damit sagen wollte. Der Künstler schaute mir bei der Arbeit zu und hörte dabei was die Besucher sich zusammensponnen. Nachdem die Besucher gegangen waren sprachen wir noch kurz, über deren Deutungen. Er war regelrecht entsetzt, was diese Besucher über seine Werke sagten. Er bezeichnete es als “intellektuellen Dünnschiss” – möglichst viele Fremdworte so miteinander verknöpfen das sie sehr wichtig klingen, aber niemand deren Sinn versteht. Diesem Künstler reichte es vollkommen aus, wenn Besucher seine Werke einfach nur schön fanden ohne ein intellektuelles Feuerwerk abzubrennen. Auch unter Künstlern gibt es normale Menschen. :O)

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